Ein aus einer umfassenden Belichtungsserie komponiertes HDR-Bild ist, was die Lichtverhältnisse betrifft, ein perfektes Abbild des Motivs – und liefert damit die gleichen Schwierigkeiten bei der Darstellung auf kontrastschwachen Medien (beispielsweise Monitor oder Papier) wie das Motiv selbst. Eigentlich haben wir so das Problem nur verlagert, nämlich einen eventuell viele Zehnerpotenzen großen Dynamikumfang in den winzigen Dynamikumfang einer Bilddatei zu zwängen: von der Schnittstelle Motiv/Kamera hin zur Schnittstelle HDR-Datei/Monitor beziehungsweise Drucker. Das HDR-Bild ist eine Art virtuelles Motiv, das wir noch auf geeignete Weise „fotografieren“ müssen, um es darstellbar zu machen. Das englische Fachwort dafür heißt „Tonemapping“.
Tonemapping bedeutet, einen Wertebereich auf einen anderen abzubilden, in unserem Fall also die (möglicherweise Millionen) Helligkeitswerte des HDR-Bildes auf die maximal 255 Tonwerte eines 8-Bit-Bildes oder – was das Problem nur unwesentlich entschärft – auf die 32.768 Werte eines 16-Bit- Bildes. Das dabei sehr viele Werte verloren gehen (was bedeutet, dass sie zu einem einzigen Ausgangswert zusammengefasst werden), ist klar. Die Aufgabe besteht darin, trotzdem den visuellen Eindruck des Bildes, also (empfundenen) Kontrast, Schärfe und Detailzeichnung zu erhalten.
Eine ideale Lösung gibt es für diese Aufgabe nicht, dafür eine Reihe unterschiedlicher Ansätze. Auf dem Gebiet wird noch intensiv geforscht, denn es spielt für die Darstellung virtueller Welten eine bedeutende Rolle. Bei unbewegten Bildern, wie wir sie hier betrachten, ist die Sache etwas einfacher, automatische Lösungen, die bei unterschiedlichsten Motiven gute Ergebnisse bringen, gibt es dennoch nicht. Schauen wir uns am Beispiel von Photo– shop CS2 vier unterschiedliche Tonemapping- Verfahren an. Der entsprechende Dialog wird aufgerufen, wenn Sie das 32-Bit- HDR-Bild in ein 16-Bit- oder 8-Bit-Bild konvertieren wollen (Bild → Modus → 8-Bit-Kanal).
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