Professionelle Bildbearbeiter sind professionelle Spurenverwischer: Wer einen kritischen Betrachter überzeugen kann, dem fallen genügend Tricks ein, um auch den Algorithmen eine heile Welt vorzugaukeln. Wenn ein Retuscheur den Kopier- und Reparaturpinsel virtuos schwingt, findet die Forensik-Maschine keine verdächtigen Duplikate. Kann er Störungs- und andere Filter fein dosieren, verschwinden Hinweise auf Interpolation oder Weichzeichnung.
Man darf aber nicht vergessen, dass die Bildforensik noch eine sehr junge Forschungsdisziplin ist, die Foto-Monteure haben Jahrzehnte Vorsprung. Dennoch liegt die Messlatte bereits hoch: Da die Forensiker sehr viele Merkmale untersuchen, muss der Fälscher einige Mühe in Bildauswahl, -komposition und Verschleierung investieren – und akribisch darauf achten, dass er kein Detail vergisst. Weshalb wir auch hier nicht alle Tricks verraten haben.
Lesen Sie hierzu auch: Wenn Pixel lügen: Bildoptimierung oder Fälschung?
Literatur
[1] Alin C. Popescu, Hany Farid, Exposing Digital Forgeries in Color Filter Array Interpolated Images
[2] J. Lukas, J. Fridrich and M. Goljan, Digital Camera Identification from Sensor Pattern Noise, IEEE Trans. Inf. Forensics and Security, vol. 1, no. 2, pp. 205-214 (2006)
[3] T. Gloe, M. Kirchner, A. Winkler, R. Böhme, Can we trust digital image forensics?
[4] M. K. Johnson, H. Farid, Detecting Photographic Composites of People