Alle Scharfzeichnungsfilter verstärken den Kontrast zwischen benachbarten Pixeln, indem sie dunklere Pixel noch etwas dunkler und hellere Pixel etwas heller machen.
Die in der Abbildung unten gezeigten USM-Einstellungen produzieren schon an mittleren Kantenkontrasten rein schwarze und weiße Scharfzeichnungssäume.
Unscharf-Maskieren-Filter gestatten die Steuerung dieses Effekts und besitzen dazu drei Regler: „Stärke“ oder „Menge“ legt fest, wie stark der Kontrast an einer Kante angehoben wird. „Radius“ bestimmt, auf wie viele Umgebungspixel sich die Kontrastanhebung (mit abnehmender Stärke) beidseits der Kante ausdehnt. Intern ist das meist der Radius der Gaußschen Weichzeichnung und bloß ein Rechenwert, deshalb sind auch gebrochene Radien möglich.
Der Schwellen- oder Differenzwert legt fest, ab welchem Kantenkontrast überhaupt eine Schärfung einsetzt. Bei einem Wert von 0 werden schon kleinstmögliche Helligkeitsunterschiede (ein Tonwert) verstärkt, also auch Rauschen. Mit höheren Werten lassen sich relativ homogene Bildbereiche von der Schärfung ausnehmen. Auch hier dürfen Sie den Wert nicht wörtlich nehmen: Die Kontrastschwelle, ab der die Programme letztlich wirklich schärfen, hängt außerdem vom Radius und von der Stärke ab.
Im Bild zu USM-Filter-Einstellungen (unten) wächst der Kontrast zwischen den grauen Balken im Hintergrund von links nach rechts um je zwei Tonwerte an. Unten ist das Original zu sehen, oben die geschärfte Version. Der Schwellenwert bestimmt, ab welchem Kontrast die Kontrasterhöhung einsetzt, der Radius, wie breit der Bereich beidseits der Kante ist, dessen Kontrast erhöht wird.
Die Reglerwerte sind nicht direkt vergleichbar, sie wirken in jedem Programm etwas anders. USM-Filter galten noch vor wenigen Jahren als Ultima Ratio und Hightech-Filter, inzwischen gibt es sie (allerdings in unterschiedlicher Qualität) in fast allen Bildbearbeitungsprogrammen. Für die Standardschärfung sind sie gut geeignet, wenn es jedoch um qualitativ hochwertige Ergebnisse etwa für Fine-Art-Drucke geht, offenbaren sich ihre Schwächen. Die erste Schwäche ist der Übergang zwischen ungeschärften und geschärften Bereichen bei Kontrasten im Bereich des Schwellenwerts.
Paint Shop Pro und Gimp setzen hier mit der Schärfung sehr abrupt ein, aber auch mit Photoshop ist es oft störend, wenn in fast homogenen Bildbereichen einzelne Pixel oder kleinere Flächen geschärft sind, die Umgebung jedoch nicht. Zudem erfolgt in allen drei Programmen die Schärfung proportional zum Ursprungskontrast, was bedeutet: Sowieso schon hohe Kontraste, die eigentlich nur wenig oder gar nicht geschärft werden müssten, werden überschärft.
Es äußert sich in rein schwarzen und (störender) rein weißen Säumen entlang der geschärften Kanten. Da die Kontrastanhebung kanalweise geschieht, kann es dabei auch zu farbigen Säumen kommen. In Paint Shop Pro hilft es etwas, „Nur Helligkeit“ anzukreuzen. In Photoshop können Sie nach dem Schärfen mit Bearbeiten>Verblassen und verringerter Deckkraft die Überschärfung abmildern. Der in
Die Einstellmöglichkeiten der USM-Filter der drei hier behandelten Programme und die prinzipielle Wirkung der Regler.
Photoshop CS hinzugekommene Filter „Selektiv Scharfzeichnen“ hat diese Verblassen- Funktion (getrennt für die Tiefen und Lichter) bereits eingebaut.
Die zunehmend beliebte Schärfen-Alternative „Hochpass-Schärfen“ in Paint Shop Pro eignet sich für die Verwendung mit einer Maske übrigens nicht. Zwar ist eine Überschärfung damit praktisch ausgeschlossen, aber auch die erwünschte Überhöhung des Kantenkontrasts (die wir mit der Maske lediglich besser steuern wollen) ist kaum ausgeprägt.