Verwacklungsunschärfe erkennt man daran, dass sie gerichtet ist und dass insbesondere körnige, feine Strukturen Spuren ziehen, so als ob die Kreide auf einer Tafel immer in derselben Richtung abrutschen würde. Manchmal sieht man auch eigenartige Kurven, durch irreguläre Zitterbewegungen der Kamera hervorgerufen, die überall im Bild gleichförmig sind.
Lange Belichtungszeiten führen dazu, dass Bewegungen im Bild zu verwischten Darstellungen führen. Das gilt auch dann, wenn die Kamera selbst ruhig gehalten – oder gleichmäßig nachgeführt wird, etwa einem Rennauto (dann verwischt die Straße). Wischeffekte können unter anderem bei Fahraufnahmen entstehen. Bewegungsunschärfe ist das Mittel, mit dem die Fotografie, die ja eigentlich nur ein unbewegtes "Standbild" erzeugt, Bewegung unmittelbar ausdrücken kann (ein anderes Mittel ist eine Bildserie mit verschiedenen Phasen eines bewegten Vorganges). Hier zwei Aufnahmen aus einem fahrenden Auto heraus, die Kamera war auf einem am offenen Fenster angeklemmten Autostativ montiert. Durch die relativ "lange" Belichtungszeit von 1/13 sec werden die aufgenommenen Objekte längs der Fahrtrichtung verwischt. Läßt man die Kamera in Fahrtrichtung blicken, ergibt sich sozusagen ein "Fahreffekt" aus der Bildmitte heraus.
Kamera in Fahrtrichtung ergibt aus der Mitte der Blickrichtung heraus einen "Fahreffekt".
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