News-Meldung vom 13.12.2012 08:45
Angetestet: Canon PowerShot SX50 HS
Mit der Canon PowerShot SX50 HS lassen sich entfernteste Motive heranzoomen.
Bild: Canon
Das Highlight der PowerShot SX50 HS steckt bereits im Namen – sie bietet einen 50-fachen optischen Zoom. Die Brennweite der Optik reicht von 24 bis zu beeindruckenden 1200 Millimetern bei einer maximalen Lichtstärke von f/3.4 im Weitwinkel- und f/6.5 im Telebereich.
Ausstattung
Außer ihrer imposanten Optik hat die Bridge-Kamera eher Hausmannskost zu bieten. So besitzt sie einen kleinen Kompaktkamera-üblichen Sensor mit 1/2,3-Zoll-Diagonale und einer Auflösung von zwölf Megapixeln. Das verheißt nur mittelmäßige Bildqualität vor allem bei höheren ISO-Werten. Immerhin lässt die Kamera Einstellungen bis ISO 6400 zu. Angesichts der extremen Telebrennweiten können hohe ISO-Werte durchaus sinnvoll sein, um die Belichtungszeiten kurz zu halten. So kann man dann – unterstützt vom Bildstabilisator – noch das aus der Hand fotografieren, für das man sonst ein Stativ benötigen würde. Bei unseren Testaufnahmen wunderten wir uns, dass die Automatik selbst bei voll ausgefahrenem Zoom manchmal Belichtungszeiten von 1/100 Sekunde einstellte und trotzdem noch verwackelungsfreie Aufnahmen aus der Hand gelangen.
Immerhin bietet die SX50 HS neben einem dreh- und schwenkbarem Display einen elektronischen Sucher mit einer Auflösung von 202.000 Bildpunkten. Der liefert zwar nur mäßige Qualität, lässt aber zumindest mittig die Schärfe erahnen und bei grellem Umgebungslicht erfüllt er seinen Zweck. Das ist allemal besser als gar kein Sucher.
Handhabung
Bei voll ausgefahrenem Zoom helfen die beiden Tasten am Objektiv den gewünschten Auschnitt einzufangen.
Die Kamera liegt Dank ihrer Größe und ihres Griffwulstes – sie ist etwas kleiner und leichter als eine Einsteiger-DSLR – gut in der Hand. Die Bedienung ist recht übersichtlich: Es gibt ein Programmwahlrad, diverse Funktionstasten und eine Vierwegewippe mit integriertem Wahlrad und mittiger Set-Taste. Der Blitz fährt nicht automatisch aus, wenn man auf die Blitztaste drückt, sondern muss zu von Hand ausgeklappt werden. Die Taste ruft lediglich die Blitzeinstellungen aufs Display. Das Kameramenü ist insgesamt übersichtlich gestaltet, sodass sich die SX50 HS einfach konfigurieren lässt.
Superzoom
Bei unseren Testfotos wollten wir natürlich hauptsächlich wissen, wie gut Aufnahmen mit extremen Brennweiten gelingen. Schließlich lassen sich damit entfernte Details einfangen, die man mit bloßem Auge vom Kamerastandpunkt aus kaum erkennen kann. Hat man das Objekt erst einmal im Sucher eingefangen, gilt es die Kamera ruhig zu halten, sodass man das anvisierte Motiv nicht gleich wieder aus dem sehr engen Blickfeld verliert.
Um es dem Fotografen zu erleichtern, sein Motiv einzufangen, hat Canon direkt am Objektiv eine Taste eingebaut, die auf Druck den Zoom ein Stück zurücknimmt. So behält man den Überblick und kann sich orientieren. Hat man sein Motiv mittig anvisiert, lässt man die Taste wieder los und muss nun nur noch aufpassen, es nicht wieder aus dem Sucher zu verlieren und im richtigen Augenblick auf den Auslöser zu drücken. Den Ausgleich der Verwackelungen übernimmt der Imagestabilizer.
Natürlich sollte man bei extremen Brennweiten lieber ein Stativ einsetzen und die Auslöseverzögerung aktivieren, um die Kamera während der Aufnahme zu stabilisieren. Aber vor allem unterwegs im Urlaub tauchen viele Fotomotive genau dann auf, wenn gerade kein Stativ greifbar ist.
Bildkritik
Bei ISO 100 liefert die Kamera Aufnahmen mit neutralen, leicht blassen Farben. Feine Strukturen in natürlichen Materialien wie der hölzerne Farbpalette in der c't-Testszene werden bereits bei niedrigster ISO-Stufe weich gezeichnet und verlieren ihren Detailkontrast. In weichen Grau-Übergängen macht sich bereits leichtes Bildrauschen bemerkbar. Die Schärfe ist in der Bildmitte befriedigend und lässt in den Ecken etwas nach. An kontrastreichen Kanten bilden sich Farbsäume. Das Rauschen nimmt kontinuierlich mit jeder ISO-Stufe zu; im gleichen Maße nimmt die Schärfe ab. Details verwischen zunehmend. Bis ISO 800 liegt aber alles noch im vertretbaren Rahmen. Bis ISO 3200 ist eine bildschirmfüllende Darstellung noch akzeptabel. Bei ISO 6400 sind nahezu keine Details mehr erkennbar, es zeigen sich gröbere Artefakte und teils buntes Rauschen.
In den Ecken und mit zunehmender Lichtempfindlichkeit nehmen Mikrokontrast und Auflösungsvermögen ab.
Die Außenaufnahmen bestätigen die Ergebnisse im Labor: eher matte Farben, Farbsäume an kontrastreichen Kanten und bis ISO 800 moderates Rauschen. Beeindruckend sind in der Tat die enormen Zoom-Fähigkeiten. Die Ergebnisse können sich zumindest bei bildschirmfüllender Darstellung noch sehen lassen, wie etwa die Aufnahmen des Mondes oder des roten Turms mit voll ausgefahrenem Zoom bei 1200 Millimetern Brennweite zeigen. Sogar mit 2x Digitalzoom ergeben sich noch Diaplay-taugliche Aufnahmen.
Fazit
Dank ihres beeindruckenden Zooms und ihrer hohen Lichtempfindlichkeit dürfte man mit der PowerShot SX50 HS zumindest technisch für fast jede Aufnahmesituation gut gerüstet sein. Auch bei der Bedienung lässt die Kamera nur wenige Wünsche offen. Abstriche sind hingegen bei der Bildqualität zu machen. Das Rauschen bleibt zwar bis ISO 800 im vertretbarem Rahmen, aber selbst bei ISO 100 treten schon leichte Artefakte und Auflösungsschwächen auf, die bei einer Kamera dieser Preisklasse (Straßenpreis 440 Euro) eher unüblich sind. Die Stärke liegt hingegen bei ihren Zoom-Fähigkeiten, die beeindrucken ihres gleichen suchen. Man darf jedoch nicht erwarten, dass mit der gebotenen Optik und dem kleinen Sensor bei 1200 Millimetern Brennweite noch gestochen scharfe und kontrastreiche Aufnahmen entstehen, die sich für große Vergrößerungen eignen. Allerdings gelingen mit der kompakten und leichten Kamera sicher Schnappschüsse, die einer klobigen Profiausrüstung versagt bleiben – und für bildschirmfüllende Darstellung reicht die Qualität selbst bei höheren ISO-Stufen allemal.
(pen)






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