News-Meldung vom 26.09.2009 10:01
Im Frühjahr haben die Zeitschrift für digitale Bildbearbeitung Docma und c't aufgerufen, Fotomontagen auf Grundlage einer plausiblen Bildlüge zu erstellen und mit einer passenden, pressetauglichen Bildunterschrift zu versehen. Die gelungensten Arbeiten des Bildfälscherwettbewerbs "Richtig falsch" stehen nun auf heise Foto und der Docma-Webseite online zur Abstimmung .
[Update: Aus technischen Gründen ist die Wettbewerbsseite leider nicht durchgehend erreichbar. Durch die hohe Nachfrage ist der Docma-Server zeitweise überlastet.]
Der Knoten im Windrad ist spektakulär, aber wenig glaubwürdig.
Ein Ziel war, den Blick und das Bewusstsein für Retuschen zu schärfen, die den Wahrheitsgehalt eines dokumentarischen Fotos ändern. Ein Pressefoto dokumentiert einen Sachverhalt und sollte mit digitalen Mitteln weder geschönt noch dramatisiert werden. Dennoch erliegen Journalisten immer wieder dieser Versuchung, denn der Weg vom Wegstempeln eines Fussels oder Kratzers zum Entfernen einer Person aus dem Gruppenfoto oder einer Rolex vom Handgelenk ist nicht weit.
Die eingereichten Arbeiten fallen vielseitig aus. Viele Teilnehmer orientierten sich ästhetisch am Pressefoto. Andere Arbeiten bestechen durch die Beiläufigkeit des hineinmontierten Motivs, welches aber dennoch die Bildaussage radikal dreht. Viele kreative Ideen rufen beim Betrachten ein Schmunzeln hervor.
Anfang September traf sich eine zwölf Personen starke Jury, um knapp 150 eingereichte und für tauglich befundene Werke zu begutachten. Unter den Juroren waren Redakteure von Docma, c't und Spiegel online sowie Vertreter von Firmen wie Adobe, Wacom, Addison Wesley und Hewlett Packard. Zwei Tage lang begutachtete und diskutierte die Jury die eingereichten Werke, um anschließend über die besten zu entscheiden.
Kluge Beschränkung und Verschleiern sind beim Fälschen wichtig.
Platzierungen gab es in den drei Kategorien Profi, Semi-Profi und Ausbildung zu vergeben. Dabei zählte die Qualität der Ausführung anhand von Kriterien wie Freistellung, Beleuchtung, Schärfezone, Lichtreflektion und Schattenwurf. Allerdings war technische Perfektion nicht allein ausschlaggebend. Mindestens ebenso wichtig war die zündende Bildidee, deren Plausibilität und die Art und Weise, wie sie verkauft wurde.
Über die Platzierung durch die Juroren wird aber noch nichts verraten, denn jetzt sind Sie gefragt: Bis Mitte November stehen die Arbeiten online und warten auf Ihr Urteil. Machen Sie sich selbst ein Bild und wählen Sie Ihren Favoriten. Ab April 2010 stellt das Museum für Kommunikation in Frankfurt die bestplatzierten Werke aus. Das Ergebnis der Online-Abstimmung wird dort gleichberechtigt neben dem Jury-Verdikt als Publikumspreis präsentiert.
Hier geht's zur Online-Abstimmung
(akr)
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