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Foto > 7-Tage-News > 2012 > KW 18 > Die ISS scharf fotografieren

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News-Meldung vom 01.05.2012 06:00

Die ISS scharf fotografieren

Raumfahrt ISS Fotografie Objektiv


DIe ISS - unser größter Außenposten im All. Vergrößern
Bild: NASA
Die Nächte werden lauer, das Fotografieren draußen wieder angenehmer. Wieso nicht einfach mal die ISS – das größte von Menschen geschaffene Objekt im Weltall – fotografieren? Die ISS ist grundsätzlich nicht zu übersehen, leuchtet heller als jeder Stern. Wer sie fotografieren will, muss nicht weit reisen oder raus aus der Großstadt. Allerdings nähert sie sich einem Fotografen auch im günstigsten Fall kaum mehr als 350 Kilometer. Damit erscheint sie so groß wie der Kölner Dom von Wien aus betrachtet. Ein Überflug dauert außerdem nur wenige Minuten.

Um die ISS fotografisch einzufangen, braucht es eine enorme Brennweite. Die größte Schwierigkeit wird es sein, die sich schnell bewegende Raumstation in einem kleinen Bildfeld zu halten und nicht zu verwackeln.

So finden Sie die ISS. Auf der Website www.heavens-above.com stehen für etwa zwei Wochen im Voraus die nächsten sichtbaren Überflüge der ISS. Gibt man seine geografische Position ein oder wählt einen Ort aus der Datenbank, führt ein Klick zu den nächsten Passagen für diese Position. Für den Überflug werden drei Punkte des sichtbaren Bahnstücks am Himmel angezeigt: Anfang, Punkt der größten Höhe am Horizont und Ende. Je größer der Wert in "Alt" in der Spalte "Max. Altitude" ist, desto näher kommt die ISS an den Beobachtungsort heran. Für eine scharfe Fotografie des Überflugs sollte er nicht unter 50 Grad liegen. Weitere Informationen dazu finden Sie in der c’t Digitale Fotografie 1/2010 auf Seite 147.


Strichspur zum Übem: Das Bild wurde aufgenommen mit einer Nikon D80, einer Belichtungszeit von 2 Minuten, ISO 200 und einem 18mm-Objektiv bei Blende f/5.6. Vergrößern
Bild: Rolf Hempel
Zum Training – Fotografie des Überflugs.
Zum Üben empfiehlt es sich, zunächst den Überflug als Strichspur aufzunehmen. Dafür wird die Spiegelreflexkamera mit einer mäßigen Weitwinkelbrennweite auf ein Stativ gesetzt und auf die vorbeiziehende ISS gerichtet. Erscheint sie am Himmel, belichtet man etwa zwei Minuten manuell per Drahtauslöser. Weil sie sich relativ rasch bewegt, wird die Raumstation auf dem Foto als Strich erscheinen. Das wirkt besonders gut, wenn man sie gemeinsam mit Bäumen oder Gebäuden aufnimmt.


Diese Überflug wurde mit einem MEADE-Schmidt-Cassegrain-Teleskop aufgenommen. Kameraeinstellungen: ISO 1000, 1/640s Vergrößern
Bild: Rolf Hempel
Die ISS scharf aufs Bild bringen. Ambitionierter wird die Prozedur, wenn die ISS scharf auf Foto gebannt werden soll. Nötig ist eine extrem langbrennweitige Optik – selbst ein 1000-mm-Objektiv kann von der Raumstation auf dem Kamerasensor nur ein winziges Bildchen von höchstens einem viertel Millimeter Länge erzeugen. Mindestens sollte die Brennweite daher bei 2000 Millimetern liegen – mehr ist besser. Solche Objektive sind auf dem Fotomarkt unbezahlbar. Günstiger und besser geeignet sind astronomische Teleskope. Entscheidend ist dabei der Objektivdurchmesser, der bei mindestens 20 Zentimetern liegen sollte. Das Teleskop kommt direkt an das DSLR-Gehäuse, entsprechende Abschlussringe gibt es im Zubehörhandel.

Richtig ausgerüstet, kann man sich nun auf die Lauer legen. Die wichtigste Arbeit beginnt wenige Minuten vor dem Überflug mit den Scharfeinstellungen des Teleskopes beispielsweise an einem hellen Stern. Der eingestellte ISO-Wert sollte möglichst hoch gewählt werden, allerdings ohne, dass das Rauschen überhand nimmt. Die Belichtungszeit sollte auf etwa 1/500 Sekunde gestellt werden.

Erscheint die ISS am Himmel muss alles ganz schnell gehen. Die Klemmen an der Fernrohrmontierung sollten gelöst werden, so dass sich das Fernrohr frei und um die eigene Achse drehen lässt. Das Teleskop wird nun möglichst gleichmäßig mit der ISS mitgeführt. Während der gesamten Passage belichtet man per Serienbildschaltung so viele Aufnahmen wie möglich. Nur wenige Fotos taugen zur Weiterbearbeitung am Computer. Wie das aussehen kann, zeigt unsere Abbildung links.

Ausführlichere Informationen hat Rolf Hempel im Artikel "Eigene Fotos von der ISS" in der c’t Digitale Fotografie 1/2010 zusammengestellt. (ssi)

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