News-Meldung vom 18.02.2013 13:00
Hands-on: Sony NEX-5R Update
Die Kamera. Die NEX-5R gehört zur neuen Generation der spiegellosen Systemkameras von Sony. Mit ihrer Vorgängerin NEX-5N hat sie viele Gemeinsamkeiten: 16-Megapixel-Sensor im APS-C-Format, eine Empfindlichkeit von ISO 100 bis 25.600 und ein neigbarer 3-Zoll-Touchscreen. Kein Sucher.
Die neueste NEX-Generation: NEX-5R
Bild: Sony
Neu dagegen ist der Hybridautofokus mit 99 Fokuspunkten für die Phasenerkennung und 25 Fokuspunkten für den Kontrastautofokus. Er soll schneller und präziser arbeiten. Wichtig dabei ist, Kamera und Objektive mit der aktuellen Firmware auszustatten.
Ohne konnten wir gemeinsam mit dem uns zur Verfügung gestellten Testobjektiv SEL50F18 eine Auslöseverzögerung von 0,6 Sekunden messen – das enstspricht dem Niveau der Vorgängerin NEX-5N. Mit Update für Kamera und Objektiv sind wir auf etwa 0,5 Sekunden gekommen. Das ist zwar etwas besser, aber längst nicht so schnell wie erwartet. Auf Nachfrage will Sony nun ein weiteres, aktuelleres Testobjektiv nachsenden, mit dem wir die Geschwindigkeitsmessung wiederholen können. Wir halten Sie auf dem Laufenden.
[Update, 21.02.2013, 13:41] Wir konnten die Geschwindigkeitsmessung wiederholen. Sony hat uns dafür das SEL16F28 mit einer Brennweite von 16 mm (KB 24 mm) und einer maximalen Blendenöffnung von f/2.8 zur Verfügung gestellt. Unter Tageslichtbedingungen konnten wir damit eine Auslöseverzögerung von 0,42 Sekunden ermitteln.
Mit dem R im Namen kommt WLAN in die NEX-5. Das erlaubt es Fotografen, ihre Bilder via Ad-hoc-Verbindung direkt mit Smartphone, Tablet oder Playstation zu teilen, die Kamera fernzusteuern oder auch Apps aus dem PlayMemories-Store zu laden.
Die NEX-5R hat WLAN an Bord.
Bild: Sony
Alle technischen Daten zur Kamera finden Sie in unserer Kameradatenbank.
Handhabung. Die NEX-5R ist sauber verarbeitet und macht einen stabilen hochwertigen Eindruck. Sie liegt dank Griffwulst angenehm und vor allem sicher in der Hand. Positiv fällt auch die äußerst robuste Display-Halterung auf.
Das Display der NEX-5R ist neigbar. Die Halterung wirkt sehr robust.
Bild: Sony
Das Menü der NEX-5R ist nicht selbsterklärend. Aber nach ein paar Minuten Probieren, sollte sich jeder einfuchsen können – auch ohne Blick ins Handbuch. Die Tasten der Kamera sind nicht direkt beschriftet. Ihre Funktion wird auf dem Touchscreen angezeigt. Außerdem sind sie recht "schnuckelig" geraten.
Über einen Druck in die Mitte des großen Wahlrads gelangen Fotografen zu den Aufnahmemodi. Tippen nach links, rechts, oben und unten führt beispielsweise zu den Einstellungen von ISO oder Selbstauslöser. Die obere Menütaste ruft das Kameramenü auf. Über das Wahlrad an der Oberkante passen Sie – je nach Aufnahmemodi – einzelne Kameraeinstellungen wie Blende oder Belichtungszeit an.
Navigiert wird die NEX-5R über einen schnell reagierenden Touchscreen.
Bild: Sony
Der Touchscreen reagiert angenehm schnell und flüssig. Große Finger werden es allerdings schwer haben – gerade dann, wenn sie Passwörter eingeben sollen. Da der Screen sehr empfindlich ist, verändert man schnell aus Versehen die Kameraeinstellungen.
WLAN. Das WLAN ist sinnvoll ins Bedienmenü der NEX-5R eingefasst. Über die untere Funktionstaste können Bilder direkt mit Smartphone oder Tablet geteilt werden, alle weiteren Optionen stehen über den Menüknopf unter Applikationen bereit. Auf unserem Testgerät waren unter anderem bereits eine App zur Fernsteuerung und eine Anwendung für den Upload zu Facebook und dem Sony-eigenen Service PlayMemories vorinstalliert.
Insgesamt funktioniert das alles, allerdings stellte sich die NEX-5R in unserem Test etwas zickig an. So ließ sie sich beispielsweise brav mit einem Sony Xperia Tipo fernsteuern, bei einem HTC Sensation XE verweigerte sie aber teilweise den Dienst. Die Verbindung zwischen den Geräten war äußerst labil, außerdem konnten die fernausgelösten Fotos nicht auf dem Smartphone verarbeitet werden.
Mit dem richtigen Smartphone funktioniert die Fernbedienungsfunktion über WLAN sehr gut. Der LiveView am Smartphone folgt flüssig den Bewegungen der Kamera.
Tadellos und sogar noch flüssiger als mit dem Xperia funktionierte die Fernsteuerung mit dem Samsung Galaxy Note II. So macht WLAN Spaß und Sinn. Wer sich die NEX-5R also auch wegen ihrer WLAN-Fähigkeiten kauft, sollte vorher checken, ob das eigene Smartphone kompatibel ist.
Außerdem wählt sich die Kamera direkt in ein bestehendes WLAN ein und kann mit der passenden App Bilder ans soziale Netzwerk oder PlayMemories senden. Auch das funktionierte in unserem Test nur bedingt: So wollte unser Testgerät beispielsweise Facebook nicht recht vertrauen und sperrte sich gegen den Upload.
Das WLAN schlägt mächtig auf den Akku, wer die Apps nutzt, kann zuschauen, wie die Akku-Anzeige den Null-Prozent entgegenrauscht. Ein Ersatzakku in der Tasche ist da quasi Pflicht.
Bildkritik. Die Fotos der NEX-5R sind detailreich und klar. Farben wirken sehr natürlich, Rottöne nicht zu poppig. Kontrastreiche Kanten und Übergänge überschärft die Kamera nicht.
Die Auflösungsleistung der neuen NEX-5 überzeugt. Positiv ist, dass die Kamera über alle ISO-Stufen eine sehr gleichmäßige Schärfe liefert. Zu den Ecken hin gibt es nahezu keine Einbußen – das liegt natürlich auch am ausgewogenen Objektiv SEL50F18 von dem wir hier noch eine Schärfentiefen-Reihe anbieten.
Bis ISO 800 ist der Bildeindruck tadellos. Ab ISO 1600 zeigt die NEX-5R allerdings erste Schwächen. So verschwimmt beispielsweise die Maserung der Holzpalette und auch leichtes Rauschen ist erkennbar. Meckern kann man über den Gesamtbildeindruck aber keinesfalls.
Bei ISO 3200 offenbart die 100-Prozent-Ansicht deutlichere Macken. Details werden glattgebügelt, erste Kanten fransen aus, es rauscht wahrnehmbar.
ISO-Vergleich zwischen Sony NEX-5R (links), Canon EOS M (Mitte) und OM-D (rechts) in den Stufen ISO 200 (oben), ISO 800 (Mitte) und ISO 3200 (unten).
Für eine bildschirmfüllende Darstellung geht ISO 6400 noch völlig in Ordnung – Ausschnitte vergrößern ist allerdings definitiv nicht mehr drin. Mit ISO 12800 können Fotografen immerhin noch dokumentarisch arbeiten.
Hinter den spiegellosen Systemkameras Olympus OM-D E-M5 und Canon EOS M braucht sich die NEX-5R nicht verstecken – wie der ISO-Vergleich rechts zeigt. Der Bildeindruck ist bei ISO 3200 nicht so weich wie bei der EOS M. Außerdem schärft die NEX nicht so auffällig nach wie die OM-D.
Unsere Außenaufnahmen bestätigen den sehr guten Eindruck im Labor. Die Bilder der Nex-5R sind angenehm kontrastreich, natürlich, nicht zu poppig.
Fazit. Die NEX-5R ist eine gelungene Fortsetzung des NEX-Systems. Große Patzer leistet sie sich nicht. Das WLAN ist sinnvoll eingebunden und macht, wenn es funktioniert, richtig Spaß. Allerdings zeigte es sich in unserem Test etwas zickig. Hier ist sicher noch Platz nach oben. Die Bildqualität der spiegellosen Systemkamera überzeugt auf voller Linie. Hätte sie noch einen Sucher an Bord und wäre ihre Akkulaufzeit besser, wäre sie ein würdiger "DSLR-Killer".
(ssi)









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