News-Meldung vom 29.11.2012 09:00
Lichtriese kurz vorgestellt: Voigtländer Nokton 25 mm f/0.95
Mit dem Nokton 17,5 mm f/0.95 und dem Nokton 25 mm f/0.95 hat Voigtländer zwei Lichtriesen für das Micro-Four-Thirds-System im Programm. Heise Foto konnte die 25-mm-Variante gemeinsam mit der OM-D EM-5 genauer unter die Lupe nehmen.
Ausgepackt. Direkt ins Auge springt die hochwertige Verarbeitung des Nokton. Plastik sucht der Betrachter hier vergebens. Kühles Metall schmiegt sich angenehm in die Hand. Positiv: Die passende Sonnenblende liegt dem Objektiv bei – das ist längst nicht bei allen MFT-Linsen der Fall.
Retro-Paar: Das Smartphone-Foto zeigt die OM-D gemeinsam mit dem Voigtländer-Objektiv.
Die Konstruktion aus elf Linsen in acht Gruppen bietet neben dem Fokus- zusätzlich einen Blendenring. Klar, denn bei dem Nokton handelt es sich um ein manuelles Objektiv. Die richtige Blende und den passenden Fokuspunkt muss der Fotograf selbst finden. Dabei hilft teilweise die Kamera mit Live-View und Fokuslupe, die wir bei unserer Testkamera benutzen konnten, sobald wir sie auf eine der Funktionstasten gelegt hatten. Dank der griffigen Riffelung am Fokusring, gelingt das Scharfstellen auf Anhieb präzise. Auch der Blendenring gibt eine spürbare Rückmeldung beim Verstellen und hilft so bei der Orientierung. Für eine passende Zeitautomatik sorgt bei Bedarf wieder die Kamera.
Zu haben ist das 25-mm-Voigtländer online aktuell für um die 950 Euro.
Bildkritik. Im Labor zeigte das Objektiv wahre Höchstleistungen, offenbarte allerdings auch Schwächen,
Die Blendenreihe zeigt die Auflösungsleistung in den Ecken.
die Fotografen zu Kompromissen zwingen. So erreicht das Voigtländer bei Offenblende f/0.95 zentral zwar schon eine mögliche Auflösung von 1560 Linienpaaren pro Bildhöhe (Lp/Bh) und damit etwa 90 Prozent der theoretisch möglichen – der Abfall zu den Ecken hin ist allerdings gravierend. Das Nokton erreicht hier nur noch etwa 70 Prozent des theoretisch Machbaren. Wie sich die Auflösung in den Randbereichen entwickelt zeigt das Bild rechts.
Doch nicht nur mit einem Auflösungsabfall zu den Randbereichen kämpft das Objektiv. Farbsäume sind bei f/0.95 auch in der Bildmitte wahrnehmbar. Der Wert für Chromatische Aberration liegt hier bei über 2 Pixeln. Dazu kommen die abgeschatteten Ränder.
Strahlendes Weiß bei Offenblende, abgeblendet (f/4) normalisiert sich der Bildeindruck.
Abgeblendet gewinnt das Objektiv in jeder Hinsicht. Bereits ab f/2.8 sind die zentrale und Randauflösung nahezu gleich, ab f/4.0 gibt es keinen Unterschied mehr. Die Auflösung liegt hier dann nahezu bei durchgängigen 100 Prozent. Bis f/11 bleibt das Nokton auflösungstechnisch auf seinem hohen Niveau, danach fällt es wieder ab. Farbsäume sind abgeblendet allerdings noch wahrnehmbar, wenn sie auch nicht mehr so ins Auge springen wie bei f/0.95.
Insgesamt zeichnen sich die Fotos, die wir mit dem Voigtländer-Objektiv machen konnten, durch einen sehr hohen Detailkontrast und eine angenehme Tiefenwirkung aus. Unsere Fotostrecke zeigt außerdem den schmalen Grad an Schärfentiefe bei Offenblende und das harmonische Bokeh, das mit dem Objektiv möglich ist. Auffällig sind aber auch hier farbiger Ränder an den Unschärfekreisen.
Fazit. Zweifellos gehört die Festbrennweite zu den besten Objektiven im Micro-Four-Thirds-Kosmos. Allerdings richtet sie sich an Puristen, die sich ein Foto erarbeiten und für ihre Motive mehr Zeit nehmen können und wollen. Sie müssen zudem mit ein paar Macken des Nokton leben. Farbsäume springen bei Offenblende deutlich ins Auge und sind auch abgeblendet noch erkennbar. Zudem zeigt das Objektiv bei f/0.95 Randabschattungen. Die Auflösungsleistung ist hingegen tadellos.
Weitere Micro-Four-Thirds-Objektive finden Sie in der aktuellen Ausgabe der c’t Digitale Fotografie.
(ssi)






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