Allgemein versteht man unter einem Chipsatz einen oder mehrere Chips, die eine Kontrollaufgabe übernehmen. Beispielsweise gibt es Chipsätze für Bluetooth-Adapter, die Steuerung in DVD-Brennern und Festplatten oder zum Anschluss von IDE-Festplatten per [#1720 FireWire] oder USB.
Seit vielen Jahren kommt einer dieser Funktionen eine besondere Bedeutung zu, nämlich der Chipsatz auf Mainboards für PCs. Er verbindet den Prozessor mit dem Hauptspeicher, der Grafikkarte und weiteren Peripheriegeräten (wie Festplatten), Schnittstellen und Bus-Systeme. Während frühere Chipsätze nur die Arbeit der Controllerbausteine koordiniert haben, integrierten die Hersteller im Lauf der Jahre immer mehr Funktionen, sodass zum Aufbau eines aktuellen PCs kaum noch Zusatzbausteine notwendig sind.
Früher bestand ein Chipsatz tatsächlich aus einem ganzen Haufen einzelner Bausteine, doch die immer höhere Integrationsdichte führt dazu, dass aktuelle Chipsätze nur aus einem oder zwei Chips bestehen -- trotz stetig wachsendem Funktionsumfang und höherer Geschwindigkeit. Einige Funktionen erfordern einzelne Zusatzchips, beispielsweise AC97-Audio einen Codec oder die LAN-Schnittstelle einen PHY. Diese Chips zählt man meist nicht zum eigentlichen Chipsatz dazu.
Aktuelle PC-Chipsätze bieten im Allgemeinen (Ausnahmen siehe weiter unten) folgende Funktionen:
Bei der Zwei-Chip-Lösung nennt man einen üblicherweise Northbridge, den anderen Southbridge -- abgeleitet von der ursprünglichen Anordnung auf dem Mainboard. In der Northbridge sitzen meist das Speicher-Interface, die Grafikschnittstelle und der Frontside-Bus, einige integrieren wie erwähnt auch einen Grafikkern. Die Southbridge kümmert sich um die o.g. Schnittstellen. Aktuelle Zwei-Chip-Lösungen sind mit einem meist proprietären Bus gekoppelt. beispielsweise dem Hub-Interface bei Intel, dem V-Link bei VIA oder dem MuTIOL bei SiS. Einige Hersteller wie AMD oder ALi verwenden manchmal HyperTransport, was flexiblere Kombinationen der Chips ermöglicht. Altere Bausteine waren per PCI gekoppelt; dann saß der PCI-Controller in der Northbridge und die Southbridge war mehr oder weniger ein einfaches PCI-Gerät unter vielen.
Die bekanntesten PC-Chipsatz-Hersteller sind Intel, VIA Technologies, Silicon Integrated Systems (SiS), ATI, Nvidia, ULi und AMD.
Immer mal wieder tauchen Prozessoren auf, die einige Funktionen des Chipsatzes integrieren. Beispielsweise hat der Transmeta Crusoe ein eigenes Speicher-Interface und einen PCI-Controller, sodass er keine klassische Northbridge mehr benötigt. Speicher steuert er direkt an und für die Schnittstellen setzt man eine der alten, per PCI angesteuerten Southbridges ein. Allerdings fehlt AGP, sodass auch Grafikkarten mit PCI Vorlieb nehmen müssen.
AMD hat in den Athlon 64 ebenfalls ein Speicherinterface integriert, als Kopplung zum Chipsatz kommt HyperTransport zum Einsatz. Die Begrifflichkeiten passen da nicht mehr so ganz, weil sich am HyperTransport direkt (ohne zwischengeschalteten Chipsatz) verschiedene Controller anbinden lassen. Beispielsweise hat AMD einen PCI-X- und einen AGP-Baustein ("Tunnel" genannt) im Angebot. Auf den meisten Desktop-Mainboards sitzt allerdings dann doch wieder nur ein einziger HyperTransport-Chip mit integriertem AGP und teilweise sogar integrierter Southbridge, sodass hier der HyperTransport in gewissem Sinne doch nur den Frontside-Bus darstellt.
Zunehmend enthalten die PC-Chipsätze weitere Controller, etwa für (SATA-)RAID.
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