Die über die ganze Welt verstreuten Linux-Entwickler nutzen die Linux-Kernel Mailing List (LKML) zur Diskussion und Abstimmung untereinander – der Mail-Verteiler ist so die virtuelle Zentrale, an der die Kernel-Hacker sich zusammenfinden, um die Kernel-Entwicklung voranzutreiben. Zumeist diskutieren die Kernel-Hacker über Grundsätzliches rund um den Linux-Kernel sowie Fehlerkorrekturen oder andere Verbesserungen. Letztere senden sie in Form von Patches an die Mailing Liste, damit andere Entwickler die Änderungen begutachten können, bevor diese in den Hauptentwicklungszweig eingepflegt werden ("Public Review").
Auch Anwender können ihre Meinung auf der jedermann offenen Mailingliste zum Besten geben oder Fehlerberichte einsenden. Für letztere dürfte dieser Tage aber bugzilla.kenrel.org häufig die bessere Anlaufstelle sein. Die Linux-Kernel Mailing List FAQ liefert viele weitere Erklärungen zur LKML. Archive der LKML gibt es einige, etwa bei Gmane, Marc oder der Indiana University.
Die LKML ist nur die Spitze einer Mailinglisten-Hierarchie, denn die Entwickler vieler Linux-Subsysteme treiben die Weiterentwicklung des in ihren Verantwortungsbereich fallenden Kernel-Codes vorwiegend auf Subsystem-spezifischen Mailinglisten voran. Die mit dem Netzwerk-Codes beschäftigten Kernel-Hacker nutzen etwa vorwiegend die Liste netdev; für die Entwickler anderer Kernel-Subsysteme relevante Diskussionen oder Informationen senden sie aber nicht nur dorthin, sondern gleichzeitig auch an die LKML. Und die Kernel-Hacker des dem Netzwerk-Subsystem unterordneten Linux-WLAN-Subsystem beispielsweise diskutieren auf linux-wireless. Dort wird auch die Entwicklung mancher WLAN-Treiber diskutiert, für viele WLAN-Treiber gibt es aber noch Treiber-spezifische Mailinglisten wie bcm43xx-dev.
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