Palm OS ist ein Betriebssystem für PDAs, das auf ARM-Prozessoren läuft und vom Unternehmen PalmSource entwickelt wurde. Palm-OS-PDAs stellen beispielsweise die Firmen Garmin, Sony, und PalmOne her. Die aktuelle Version 5.2 kann jeweils nur ein Programm ausführen, die kommende Version 6.0 soll auch Multitasking unterstützen. Zwar hat PalmSource das System schon fertig gestellt, aber auf Geräte muss man noch warten.
Das Palm OS wurde ursprünglich mit dem Ziel entwickelt, Computerlaien ein leicht handhabbares Werkzeug für die Verwaltung von Terminen, Adressen und anderen kleinen Datenmengen zur Verfügung zu stellen. Diese Philosophie hat sich bis heute erhalten.
Das 32-Bit-Betriebssystem hat seine Stärken im Personal Information Manager (PIM)-Bereich. Einfach und schnell lassen sich Termine und Adressen eintragen, verwalten oder an einen anderen PDA senden. Selten erlebt man Options-Wüsten, wird nur sporadisch mit unverständlichen Dialogfeldern aufgehalten und muss kaum mit Wartesekunden rechnen. Für das schlanke und genügsame PalmOS 5 reicht bereits die langsamste ARM-CPU dicke aus.
Dies ist auch kein Wunder, denn es kommt ohne Multitasking aus. Die Texteingabe erfolgt mittels Software-Keyboard oder der leicht angestaubten Graffiti-Zeichenerkennung, die der Nutzer erst mühselig erlernen muss. Auch der Standardprogrammumfang hält sich arg in Grenzen: Außer den Applikationen Kalender, Adressen, Aufgaben, Notizen, Uhr und Rechner liegen dem System keine Programme bei. Einen Datei-Manager, Media-Player oder Web-Browser sucht man vergeblich. Zum Glück sorgen heutzutage die meisten Hardware-Hersteller mit beigelegter Software dafür, dass der Nutzer mit Palm-OS-PDAs auch Office-Dokumente bearbeiten, Webseiten anzeigen oder MP3-Musik spielen kann. Gleichzeitig steht ein Angebot hunderttausender kostenfreier Applikationen aus jedem Bereich im Internet bereit - mehr als für jedes andere System.
Lizenznehmer wie Sony haben das Erscheinungsbild teilweise dermaßen aufgepeppt, dass das ursprüngliche System kaum noch erkennbar ist. Deshalb wirken viele Sony-PDAs eher wie Multimedia- denn als Terminmaschinen, aufgemotzt mit größeren Bildschirmen, die bis 480 x 320 Pixel anzeigen (Palm OS unterstützt eigentlich bislang nur maximal 320 x 320 Pixel), Media-Playern, Kameras und eigener Buchstabenerkennung.
So hängt die Funktionalität eines Palm-OS-PDAs meist von der Software ab, die der Hardware-Hersteller beilegt, und vom Gerät, auf dem diese dann läuft. PalmSource überlässt es seinen Lizenznehmern, wie sie das Betriebssystem letztendlich verwenden. Daher gibt es Palm-OS-PDAs, die nur für PIM geeignet sind, andere, die Office-Dokumente besser als jeder Microsoft-PDA bearbeiten und wieder andere, die MP3-Musik spielen und Fotos knipsen. Trotz dieser Vielfalt hat der Betriebssystementwickler das Kunststück fertig gebracht, zwei Dinge bei allen Handhelds zu wahren: Kompatibilität und einfache Bedienung. Deshalb laufen selbst angestaubte Programme meist auch auf aktuellen Palm-OS-PDAs, und die Bedienung der PDAs gestaltet sich einfach. Wer aber mehr als nur Adressen und Termine verwalten will, sollte sich im Einzelnen erkundigen, ob der gewünschte Palm-OS-PDA diese Funktion bereits implementiert hat.
Palm OS wurde ursprünglich 1993 von der Firma Palm Inc. entwickelt, das sich später in den PDA-Hersteller PalmOne und die Betriebssystem-Schmiede PalmSource aufsplittete.
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