"Push-to-Talk over Cellular" (PoC) bezeichnet Walkie-Talkie-ähnliche Dienste in Mobilfunknetzen. Ähnlich wie beim klassischen Sprechfunk kann ein PoC-Nutzer per Tastendruck eine Nachricht zu einem oder mehreren Empfängern absetzen. PoC ist ein so genannter Halb-Duplex-Sprachdienst: Solange man spricht, drückt man die Taste und lässt sie erst wieder zum Hören wieder los. Gleichzeitiges Sprechen und Hören wie bei normalen Telefonaten ist nicht möglich -- "Funkdisziplin" mit Befehlen wie "kommen" oder "Ende" erleichtert die Verständigung.
Im Gegensatz zum Sprechfunk werden bei PoC die Sprachinformationen in IP-Datenpakete gewandelt und per GPRS oder UMTS verschickt. Ist der Sprechfunk mit Walkie-Talkie -- bedingt durch die Reichweite der Geräte -- auf ein bestimmtes Areal beschränkt, sind mit PoC sogar weltumspannende Gespräche möglich: Voraussetzungen sind, dass die Nutzer über geeignete Endgeräte verfügen und dass standardisierte PoC-Funktionen in den beteiligten Mobilfunknetzen implementiert sind.
Die Open Mobile Alliance (OMA), ein Zusammenschluss von rund 200 Unternehmen aus dem Umfeld der Netzbetreiber sowie Geräte- und Infrastruktur-Hersteller, hat im Juni 2005 die erste Version eines hersteller- und netzwerkübergreifende PoC-Standards für die des Dienstes Push-to-Talk vorgestellt (PDF-Dokument). Darin sind die folgenden Szenarien definiert:
Die von T-Mobile im November 2004 eingeführte PoC-Funktion setzt hingegen noch auf einem proprietären Standard von Nokia auf. Daher ist diese Prä-Standard-Variante nur für eine eingeschränkte Anzahl von Endgeräten verfügbar. Auch sind Kunden, die einen Handyvertrag im T-Mobile-Netz über einen Service-Provider gebucht haben, vom PoC ausgeschlossen.
Das Kürzel PTT, das inzwischen gelegentlich mit PoC-Diensten gleichgesetzt wird, ist jedoch bereits seit Jahren durch den professionellen Funkbetrieb belegt und steht dort für "Push-to-Talk" auf Basis anderer Technologien. PTT bezeichnet dort den Rufaufbau über einen Funkkanal mit einem einzigen Knopfdruck. Nutzer wie Feuerwehrleute verlangen zwingend die Möglichkeit, einen Notruf mit einer einzigen Taste und ohne Zeitverzug absetzen zu können. Bei der so genannten "Rufaufbauzeit" besitzen analoge Profi-Funksysteme systembedingt Vorteile gegenüber Digitalstandards wie TETRA oder Tetrapol. Sprachinformationen werden dort generell über dedizierte Kanäle übertragen; ein Notruf kann normale Gespräche verdrängen. Bei PoC in kommerziellen Handynetzen wird Sprache hingegen über die Datenkanäle abgewickelt, so dass die Laufzeiten der Sprachmitteilungen eine Sekunde und mehr betragen können. Daher erscheint PoC für die Kommunikation von Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ungeeignet.
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