Radio Robust
Baustellenradio aus dem Schrottcontainer
Ein einfach aufgebautes Baustellenradio aus alten Teilen: Super-Empfang, nachgerüsteter Line-in-Eingang, klingonisches Aussehen und null Euro Projektkosten – wenn man vom Lötzinn absieht.
Zutatenliste
- No-Name-Autoradio
- zwei 8Ohm-Lautsprecher aus nem kaputten Röhrenfernseher
- 20 Lötösen, schraubbar
- Kabelreste
- Stereo-Chinch-Buchse aus dem Fernseher
- Netzschalter aus einem alten Belichter
- Umschalter aus einem ATX-Netzteil (115/230V)
- Spanplattenreste (hier: altes Küchenregal)
- alte Druckerplatten (kostenlos aus der Druckerei)
- Spaxschrauben und Reißzwecken zum Fixieren
- einen alten 12V-Akku (hier Schiffsmodellbauakku, mit bereits sehr hohem Innenwiederstand, fürs Radio reicht der noch)
Beschreibung
Bei meinem Bruder auf der Baustelle gab es solch ein Radio, das bei einer Bohrmaschine dabei war. Als ich dann Monate später ein defektes Autoradio in meinem Materiallager fand, war klar, was daraus werden sollte.
Ursprünglich als defekt aus dem Container eines Autoschrauber gefischt, war bei einem ersten Test schnell klar, dass eine kalte Lötstelle für die Stummheit des Radios verantwortlich war. Nach dem Nachlöten verrichtete es wieder seinen Dienst. Zusätzlich sollte ein Line-in-Eingang ans Radio, da mir das Radioprogramm hin und wieder zu repetitiv zu sein scheint. Also mit Krokodilklemme, Oszi und 10k-Wiederstand nach einem passenden NF-Injektionspunkt gesucht, am Lautstärke-Poti fand ich ihn schließlich. In der finalen Version hab ich in beide Kanäle einen 4,7k-Ohm-Widerstand gelötet, um starke Ströme zu vermeiden. Da ich die Schaltung weder analysiert noch verstanden habe, war das ein ziemlicher Hack – aber er funktioniert.
Nach dem Zusammenstellen der Einzelteile entwarf ich einen Gehäuse auf Paper-CAD, zückte die Stichsäge und verkleidete schließlich alles mit den alten Druckerplatten. In den Deckel bohrte ich passende Löcher. Auf einer Mittelplatte hab ich einen klassischen 50er-Jahre-Aufbau mit Löt-Ösen gesetzt und die Stromversorgung wurde mit je 2A abgesichert (für Batterie und externe Stromversorgung). Dabei gab es allerdings einen Unfall, bei dem ein 12-Volt-Lautsprecher kaputt ging. Derzeit gibt das Gerät also nur Mono aus.
Zu guter Letzt schraubte ich noch eine alte KFZ-Antenne an einem Stück Plastik ans Gehäuse und habe mich über den fantastichen Empfang gefreut. Ich wohne im östlichsten Oberösterreich und empfange B5 rauschfrei und es sind immerhin fast 200 Kilometer bis zum Sender!
Super praktisch ist der Umschalter zwischen Batterie und externer Stromversorgung sowie die sehr gute Rauschunterdrückung des etwa 20 Jahre alten Analogradios. Also bitte, bitte, liebe Rundfunkbetreiber: Lasst doch UKW noch eine Weile laufen, damit mein Radio nicht nächstes Jahr schon wieder überflüssig wird!
(rek)









