Marktübersicht: Internet-Anbieter in Deutschland
Michael Kuschke, Irene Heinen

Mittlerweile ist es fast ein Muß, auf seiner Visitenkarte neben Adresse, Telefon und Fax auch eine EMail-Adresse zu führen. Ebenso wird ein URL (Universal Resources Locator), der auf die firmeneigene Homepage im World Wide Web verweist, immer unumgänglicher. Die Telekom vergleicht den Internet-Boom in ihrer Werbung gar mit einer weltumspannenden Infektion durch einen Virus mit 30 Millionen Infizierten. Renommierte Institute sagen dem Internet traumhafte Wachstumschancen voraus.
Wie aber kommt man an das Netz der Netze? Wie sind die lokalen Gegebenheiten? Diese und andere Fragen bleiben allzuoft im Nebulösen, obgleich in Deutschland inzwischen rund 300 lokale Anbieter ihre Internet-Dienste feilbeiten.
Was sich aber den Internet-Benutzern für konkrete Möglichkeiten an den einzelnen Standorten bieten, kann sehr stark differieren - dies gilt für die Zugangsmöglichkeiten und einzelne Services ebenso wie für die Tarife. Die Karte und Tabelle im Heft geben einen Überblick. Doch zunächst ein kurzer Rückblick in die Geschichte des (deutschen) Internet, die Anfang der 80er mit einem UUCP-Netz (Unix-to-Unix-Copy) begann.
Nach dem Start schnell gewachsen
In den USA, wo das Internet seine Wurzeln hat, ging alles schon in den 60ern mit einem militärischen Forschungsprojekt los. Dieses weitete sich in den 70er Jahren als ARPANet (ARPA = Advanced Research Projects Agency) weiter aus.Und Anfang der 80er schließlich wurde die auch heute noch eingesetzte TCP/IP-Protokollsuite zur Basis des inzwischen weltweiten Gebildes. In Deutschland startete die Entwicklung im universitären und Forschungsbereich. Schon 1990 versorgte die deutsche Zentrale des europäischen Netzes (EUnet), die die "Informatik Rechnerbetriebsgruppe" (IRB) an der Universität in Dortmund im Rahmen eines Drittmittelprojektes betrieb, rund 250 Institutionen via UUCP. Damit waren immerhin Dienste wie News und EMail und auch Dateitransfer prinzipiell, aber eben nur im Batch-Betrieb verfügbar. Ebenfalls 1990 kam der IP-Service (heute InterEUnet) dazu, der die Dienstpalette um interaktive Dienste wie FTP (File Transfer Protocol), Telnet oder rcp und rlogin erweiterte. Wesentlicher Unterschied war nun, daß die Benutzer alle Services über das Internet Protocol (IP) und die aufsetzenden Dienstprotokolle direkt, das heißt interaktiv, nutzen konnten.
Als einer der Startpunkte für die Kommerzialisierung des deutschen Internet kann sicher die Privatisierung von EUnet und XLink (eXtended Lokales Informatik Netz) 1992 beziehungsweise 1993 gelten. Letzteres entstand ebenfalls als Universitätsprojekt, das von Karlsruhe aus über eine direkte Verbindung in die USA (NYSERNet) verfügte. Spätestens jedoch mit dem Debüt von MAZ als gewinnorientierten Internet-Provider im Frühjar 1994 war die Kommerzialisierung des Netzes nicht mehr aufzuhalten. Und nach und nach kamen weitere Anbieter dazu.
Ebenso zeigten sich auf der Nutzerseite nach und nach die Kommerzialisierungstendenzen. Während 1991 über das EUnet rund 2500 Organisationen - überwiegend aus dem Wissenschaftsbereich - kommunizierten, gab der Provider 1994 an, daß mehr als die Hälfte aller Kunden aus den Bereichen Industrie und Handel, Forschung und Technik stammen.
Parallel wuchs die absolute Zahl der angeschlossenen Internet-Knoten. Im Januar 1993 zählte man weltweit 1,3 Millionen Systeme in 21000 Domains, im Februar 1995 waren bereits 4,8 Millionen und im Juli 1995 mehr als 6,5 Millionen in 120000 Domains angeschlossen. Von den 6,5 Millionen IP-Knoten Mitte 1995 entfielen 350000 beziehungsweise 5,3 Prozent auf die Toplevel-Domain "de" (siehe das [#bild4 Bild] weiter unten).
Für die akademischen Nutzer änderte sich der Zugang zum Netz mit dem Aufbau eines IP-basierten WiN (Wissenschafts-Netz). Ab 1991 waren Dienste wie Archie verfügbar, und ab 1993 verbesserte sich die Infrastruktur durch die Inbetriebnahme des 2-MBit-WiN. Geschaffen war so eine preiswerte Netzinfrastruktur auf Basis von Standleitungen zwischen den Universitäten und Forschungseinrichtungen, die zu großen Teilen staatlich finanziert sind. Die Verwaltung des akademischen Netzes ging in die Hände des DFN-Vereins (Deutsches Forschungs Netz e.V. über.
Eine zentrale und mittlerweile knappe Ressource des Internet sind die Internet-Adressen, mit der jeder IP-Knoten ausgestattet ist. Sie sind mit Telefonnummern im Telefonnetz vergleichbar. Da sich Menschen in der Regel Nummern schlechter als Namen merken können, sind die IP-Adressen mit einer hierarchisch organisierten Namensstruktur überzogen - dem sogenannten Domain-Namensraum. Um sicherzustellen, daß jede Nummer nur einmal verwendet wird, gibt es eine zentrale Stelle zur Verwaltung und Vergabe, das NIC (Network Information Center) in den USA. Dies hat die Aufgabe jedoch delegiert - in Europa etwa an die Internet Registratur RIPE (Réseaux IP Européens ). Im Deutschland erfüllt das DE-NIC diese Funktion für die Toplevel-Domain "de".
Streit um die deutsche Verwaltung
1991 gab es eine Kontroverse um die Zukunft des DE-NIC, das bis dahin an der Universität Dortmund untergebracht war. Der DFN-Verein wollte das Informationszentrum unter seine Fittiche nehmen und nach Berlin verlegen. Die kommerziellen Nutzer sahen ihre Interessen in denen der universitären User untergehen. Auf diesem Hintergrund formierte sich die "Deutsche Interessengemeinschaft Internet" (DIGI e.V.). Das erste Treffen fand in den Räumen des ECRC (European Computer Research Center, München) statt. Ende 1993 schließlich einigte man sich auf eine öffentliche Ausschreibung. Den Zuschlag erhielt - zunächst bis Ende 1996 - das Rechenzentrum der Universität Karlsruhe.
Angesichts der Komplexität der Geschichte und Struktur ist es kaum möglich, mehr als einen Eindruck vom Internet zu vermitteln. Eines aber machen die wenigen Eckdaten und Geschehnisse ganz deutlich: es handelt sich nicht um ein homogenes, von zentraler Stelle koordiniertes Gebilde, wie dies bei Mailboxen der Fall ist. Vielmehr besteht es aus einer Vielzahl kleiner Netze und Organisationen, Firmen und Privatpersonen, die miteinander unter dem Mantel der TCP/IP-Protokolle kooperieren. Und nicht nur für den Anschluß, sondern auch für die Übergänge zwischen den Teilen dieses Netzes sorgen die sogenannten Internet Service Provider (ISP).
Nachdem mittlerweile die erste Phase der Kommerzialisierung in Deutschland abgeschlossen ist, befindet sich das Netz in einer regelrechten Sturm-und-Drang-Phase seines (kommerziellen) Wachstums. Das Bild wandelt sich beinahe täglich. Allerorts sprießen Anbieter der Internet-Dienste aus dem Boden, und wißbegierige Teilnehmer machen sich auf den Weg, den Informationsdschungel zu erforschen. Und neben den "echten" Internet Providern haben auch Online-Dienste-Anbieter wie CompuServe, die Telekom AG (Datex-J) oder IBM das Internet als lukrativen Markt entdeckt und Übergänge dorthin geschaffen. Und neben den ISP bieten auch mehr und mehr sogenannte Internet Presence Provider (IPP) Web-basierte Dienste an (zum Beispiel Global LinX aus Dietzenbach).
Ohne Chance für Aktualität
Dieser Artikel versucht etwas Ordnung in das Chaos zu bringen - allerdings ist er dazu verdammt, schon zum Druckzeitpunkt des Heftes in einzelnen Aspekten überholt zu sein. Hilfreich für das Verständnis ist aber in jedem Fall die Einteilung sowohl der Benutzer als auch der Anbieter in Klassen. Aufgrund der sehr unterschiedlichen Tarifstrukturen ist auch eine Kalkulation der anfallenden Kosten ein nicht ganz einfaches Unterfangen. Hier helfen die exemplarischen Vergleichsrechnungen.
Waren die ersten Benutzer wie oben beschrieben durchweg aus dem akademischen Bereich, drängen inzwischen Firmen und zunehmend auch private Anwender und Kleinstkunden ins Netz. Unterscheiden muß man hier die reinen Hobbyisten und diejenigen, die das Netz für etwa berufliche Zwecke nutzen, aber lediglich mit nur einem System ans Netz wollen. Erstere realisieren ihren Zugang oft über gemeinnützige Vereine. Da wären zum Beispiel der Individual Network e.V. (http://www.north.de/ings/index.html - nicht mehr erreichbar, tri 28.05.01) oder der Sub-Netz e.V. Sie sind überregional, verfügen über Nutzungsverträge mit den Provider und stellen die Dienste ihren Mitgliedern in der Regel sehr preisgünstig zur Verfügung. Kommerzieller Gebrauch ist allerdings ausgeschlossen.
Parallel dazu kauft eine wachsende Schar der Kleinstanwender die Dienste, zumeist im Zusammenhang mit Einstiegspaketen für gängige Personal Computer - etwa bei CompuServe, Telekom/Btx oder IBM - und nehmen als reine Konsumenten am Netz teil. Sie greifen "nur" auf die angebotenen Informationen, Shareware und dergleichen zu. Verfügbar ist hier nur eine Art Einbahnstraße für die Kommunikation. Das heißt, daß die User alle Dienste zwar als Client nutzen, aber eben nicht anbieten können - etwa einen WWW- oder FTP-Server. Ursache ist das fehlende IP-Routing bis zum Endknoten des Teilnehmers. Das System ist sozusagen kein vollständiges Mitglied im Internet, denn es ist nicht jederzeit und stets unter der gleichen Nummer von jedem beliebigen Knoten aus via IP erreichbar.
Bei den kommerziellen Kunden lassen sich reine Nutzer und Anbieter von Diensten unterscheiden. Zunächst nutzen viele natürlich das gewaltige Informationsangebot mit dem Ziel, ihre Position und Produktivität zu steigern. Hinzu kommt die Kooperation mit anderen angeschlossenen Unternehmen und eigenen Filialen (VPN = Virtual Private Network).
Daneben gibt es zunehmend solche Nutzer beziehungsweise Unternehmen, die zusätzlich selber Dienste via Internet offerieren. Hier finden sich Firmen aus Bereichen, die sich nicht originär mit Computern oder Netzwerken befassen - etwa Werbeagenturen oder Zeitschriften. Sie kaufen bei einem Provider oft neben der Internet Connectivity weitere Leistungen wie beispielsweise das Erstellen und Anbieten von WWW-Seiten ein. Dort bieten sie wie auf einer Werbetafel oder Litfaßsäule ihre Produkte an.
Buntes Gemisch auf beiden Seiten
Die Provider kann man mehreren Kategorien zuordnen.Im kommerziellen Umfeld sind zunächst die "echten" Internet-Anbieter, die den direkten Zugang herstellen und inzwischen alle über ein ganzes Netz von Standorten verfügen oder derzeit aufbauen. Das sind EUnet, MAZ, XLink, Contrib.Net/GTN, Nacamar und neuerdings TOPNET.
Zuständig für das WiN ist der DFN-Verein. Neben den Festverbindungsangeboten sind unter dem Namen WiN-Shuttle analoge Zugangsmöglichkeiten geplant. Offenstehen soll dieser Dienst Einzelpersonen, Schulen und anderen Ausbildungseinrichtungen.Noch in diesem Jahr sollen Zugangspunkte in Berlin, München, Stuttgart, Hamburg, Hannover, Köln und Frankfurt eingerichtet werden. Für 1996 sind weitere geplant.
Die Hobbyisten finden den Zugang über die schon erwähnten überregionalen Vereine beziehungsweise über einen der ebenfalls zahlreichen regionalen Vereine - etwa
- Offenes Netz e.V. (Lübeck)
- IN-Kompetent e.V. (Erbersburg),
- Computer-Freunde e.V. (Augsburg),
- ThüringenNetz (Jena),
- FoeBuD e.V (Bielefeld),
- Handshake e.V. (Saarbrücken),
- Ping e.V. (Dortmund) und
- und Hannet e.V.(Hannover),
um nur einige zu nennen. Daneben zielen die Angebote einiger Provider klassischen Typs (Contrib.Net/GTN, MAZ) sowie CompuServe, Telekom und IBM vor allem auf den Kleinkundenmassenmarkt. Und auch Microsoft will mit der Auslieferung von Windows 95 ab September diesen Jahres und dem darin integrierten Microsoft Network (MSN) massiv in das Online-Geschäft einsteigen. Schätzungen gehen davon aus, daß der Online-Dienst inklusive Internet-Anbindung mit weit mehr Usern starten kann, als CompuServe mit rund drei und America Online (AOL) mit mehr als zwei Millionen insgesamt haben.
Daneben bietet inzwischen auch das ECRC, wo der deutsche Ebone-Knoten untergebracht ist, vor allem großen Abnehmern Bandbreite an. Hierüber kaufen sich zunehmend lokale Anbieter ein, die aber unabhängig von den Großen agieren wollen (in der Tabelle unter Sonstige). Außerdem gibt es noch einige lokale Firmen, die ihren Connect etwa als XLink-Reseller über Karlsruhe realisiert haben, ansonsten aber unabhängig sind (in der Tabelle zum Beispiel NET Network Expert Team).
Schließlich bemühen sich die übrigen Provider beziehungsweise deren lokale Partner vor allem um Kunden, die mit mehreren Systemen beziehungsweise den eigenen LANs (in der Regel Class-C) in das Internet wollen.Einige wenige Anbieter schließen keine privaten Kleinkunden an.
In die Tabelle haben wir neben formalen Daten (Telefon/Fax, EMail und Postanschrift) einige weitere Informationen über die Internet-Anbindung, die lokalen Standorte selber, die angebotenen Dienste und natürlich Tarife aufgenommen.
Zu den Tarifmodellen kann man zusammenfassend sagen, daß
- sich Pauschaltarife für Kunden lohnen, solange das Verhältnis zwischen Infrastruktur (Einwahlmöglichkeiten, Bandbreite) und der Zahl der Kunden und damit die Bandbreite stimmt,
- die volumenorientierte Abrechnung noch am gerechtesten ist (hier kassiert der Provider nur für die wirklich erbrachte Datenleistung),
- zeitbasierte Preise Vorteile für den Provider haben (da rechnet sich sogar eine schlechte Infrastruktur innerhalb gewisser Grenzen),
- die Kontingent-Tarife einen Kompromiß zwischen Volumen- und Pauschaltarif herstellen.
Neben den verfügbaren Services ist ein Hauptkriterium bei der Auswahl eines Providers die örtliche Nähe zwischen Kunden und Anbieter - schließlich sollen die Telefongebühren die Kosten nur um das Nötigste erhöhen. Daher wurden bei den Providern, soweit verfügbar, aktuellen Standorte in die Karte und Tabelle aufgenommen.
Wie der Kiosk um die Ecke
Neu im Kreis der Internet-Dienstanbieter ist Vobis.Der PC-Discounter bietet zum PC-Kauf kostenlosen Zugang zum Web und News. In der Vobis-Zentrale in Aachen sind 32 Leitungen für V.32bis-Modems geschaltet. ISDN und dezentrale Einwählpunke sind in Vorbereitung Vobis realisiert den Internet-Zugang über Standleitungen zu CompuServe.
Contrib.Net/GTN, EUNet, MAZ, Nacamar und NTG/XLink verfügen alle über zahlreiche Standorte in Deutschland.Unterschiedlich sind dabei jedoch zum Teil die konkreten Bedingungen. EUnet etwa bietet ausschließlich und an jedem PoP (Point of Presence) die gleiche Dienstpalette; die gesamte Verwaltung der Standorte erfolgt zentral von der Dortmunder Zentrale aus. Neu ist parallel zu den PoPs der Aufbau einer Vertriebsstruktur. Dabei übernimmt der jeweilige Partner das gesamte Consulting-Geschäft für eine Region (z.B. die SigNet Informationssysteme aus Nürnberg für den Raum Franken).
NTG/XLink schließt nur mit Geschäftskunden Verträge. Es ist dem jeweiligen PoP überlassen, ob und zu welchen Konditionen er Klein- und Privatkunden anschließt. Bei Nacamar ist der lokale Anbieter der Vertragspartner. Allerdings gibt es einheitliche Tarife. Auch bei Contrib.Net/GTN ist die Firma vor Ort der Vertragspartner - die Gebühren können bei den PoPs variieren.
MAZ schließlich gibt an seine Internet Service Center (ISC) lediglich Empfehlungen (siehe Tabelle/Tarife) ab - die konkrete Ausgestaltung von Diensten und Preisen obliegt allein dem jeweiligen ISC, allerdings folgen sie meistens den Vorschlägen.
Die übrigen Unternehmen, die in der Tabelle aufgenommen sind, bieten keinen direkten Link, sondern gehen zunächst über anderen Strukturen und unterhalten entsprechende Übergänge und Gateways ins Internet. Dazu gehören die Telekom mit Telekom Online (zunächst nur für IBM OS/2 Warp und ab der IFA Ende August mit dem Software-KIT für alle Btx-Kunden), CompuServe und IBM.
Telekom- beziehungsweise T-Online ist ab Herbst diesen Jahres der neue Name von Datex-J. Integriert sind der Btx- und Internet-Zugang mit der KIT-Oberfläche und eine EMail-Adresse. Neu dazu kommt ab September der Dienst TERRAOnline der TERRA Online Telematikdienste. Sie plant innerhalb von zwei Jahren den Aufbau eines Netzes mit 100 bis 150 Standorten und will seinen Kunden Nahbereichgebühren garantieren. Kooperationspartner ist die infonet Deutschland GmbH; der Internet-Zugang ist mit 64 KBit/s in Köln geplant.
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Von Anfang 93 bis Ende Juli 95 konnte das Internet die Zahl angeschlossener Systeme auf über 6,5 Millionen steigern.In der Toplevel-Domain "de" gab es mehr als 400 000 gezählte IP-Knoten. |
Die zunehmende Kommerzialisierung ist natürlich nicht ohne Probleme. Eines der großen technischen Probleme, die noch einer Lösung bedürfen, ist das der Sicherheit.Um etwa das Netz als Basis für Online-Verkaufsflächen zu nutzen, muß es möglich sein, alle Leistungen im Netz gegen Bezahlung anzubieten.Wichtig ist, daß der jeweilige Teilnehmer zweifelsfrei identifizierbar ist.Außerdem sollte das Internet beziehungsweise alle beteiligten Knoten und Router die Informationen, die sie übertragen, so weitergeben, daß sie weder verändert noch von Dritten eingesehen werden können.
Zahlreiche Einzelheiten ungeklärt
Darüber hinaus gibt es eine ganze Reihe rechtlicher Probleme - zum Beispiel hinsichtlich des Copyrights von via Web verbreiteten Dokumenten. Ebenso unklar ist, wer welche Daten zu welchen Zwecken erheben darf.Wenn heute ein Kunde etwa den Katalog eines Kaufhauses einsieht, so erhält hierüber das Kaufhaus außer der eventuell erfolgten Bestellung keinerlei Rückmeldung. In einem auf dem Rechner der Firma oder eines Providers ablaufenden Web-Servers ist es ein Leichtes, zu protokollieren, wer zu welchen Zeiten welche Seiten einsieht.
Auch die unterschiedlichen Regelungen und Rechtsprechungen der im Internet vertretenen Länder stellen eine nicht unerhebliche Quelle für Probleme dar. So differieren beispielsweise die Verfahrensweise mit pornographischen oder politischen Meinungsäußerungen.
Alles in allem kann man sagen, daß die Dynamik und Konkurrenz unter den Anbietern sich positiv auf das Preis/Leistungsverhältnis ausgewirkt hat. Für Kleinanwender lohnen sich in der Regel Zeit- und Volumentarife. Demgegenüber bieten sich für größere Anwender Kontingent- oder Pauschalpreise an. Die Tendenz ist auf jeden Fall: sinkende Kosten für steigende Leistungen. Bislang ist die Einkehr von etwas mehr Ruhe kaum absehbar, und zumindest in naher Zukunft wird es nicht einfach sein, den Überblick über gebotene Dienste und Tarife zu behalten.
iX bietet unter "Anschluss für die Firma" eine ständig aktualisierte Übersicht über Internet-Provider für Firmenkunden. (Ergänzung vom 29.05.01)
Michael Kuschke
ist bei der Dr. Materna GmbH in Dortmund als Integrationsspezialist für offene Netze beschäftigt.
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