Es gibt zwei große Kategorien von Chipkarten:
Speicherkarten: Dies sind Chipkarten, die keine oder nur sehr wenig fest kodierte Intelligenz besitzen. Sie haben normalerweise zwischen 256 Byte und 8 KByte EEPROM. Die Kommunikation verläuft über synchrone Protokolle wie I2C, 2-Draht oder 3-Draht. Bei einigen Kartentypen kann man den Speicher nur nach der erfolgreichen Prüfung einer PIN beschreiben. Anwendungsfelder sind die Krankenversicherten- und die Lotto-Karte oder solche in einigen Parkhäusern. Eine weit verbreitete Speicherkarte mit komplexerer Sicherheitslogik ist die Telefonkarte.
Prozessorkarten: Obwohl die Marketing-Abteilungen einiger Firmen dazu tendieren, alle Chipkarten als SmartCards zu bezeichnen, sind eigentlich nur die Prozessorkarten smart. Sie enthalten einen vollständigen Computer mit Microcontroller, RAM, ROM, EEPROM und einer seriellen Schnittstelle. Die Kommunikation mit der Karte verläuft über eins von zwei in ISO 816-3 definierten asynchronen Protokollen, T=0 und T=1. Das einfachere und ältere T=0 ist zeichenbasiert, T=1 bietet mehr und arbeitet blockorientiert. Die Befehle werden als so genannte APDUs (siehe Kasten APDU ...) ausgetauscht und vom Betriebssystem interpretiert, das im ROM gespeichert ist. Bei einigen neueren Karten lassen eine Erweiterung des Betriebssystems mit Java, BASIC oder anderen Programmiersprachen zu. Diese Programme werden dann häufig als Dateien im EEPROM abgelegt.
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 12/2000 von iX entnommen.
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