Deutschland versinkt in Arbeitslosigkeit. Ganz Deutschland? Nicht ganz! Gegen jeden Trend quält die IT-Industrie nicht die Frage nach Kunden und dünnen Profitmargen. Dieser Markt kämpft um die knappe Ressource Mensch - natürlich auch online.
Während sich die Flure der Arbeitsämter füllen, suchen Deutschlands IT-Unternehmen händeringend nach denjenigen, die die bunten Visionen umsetzen, die sich jüngst auf der CeBIT bewundern ließen.
Bei solch grandiosen Aussichten sollte man meinen, daß sich Unis, Fachhochschulen und andere Bildungseinrichtungen vor Berufsanfängern nicht retten könnten. Leider weit gefehlt. Die Zahl der Studienanfänger in den Bereichen der Informationstechnik ist seit Jahren konstant, an manchen Unis gar rückläufig.
Die einzigen, die angesichts solcher Entwicklung profitieren, sind diejenigen, die in dieser Industrie bereits einen Job haben beziehungsweise in diesen Markt hineindrängen. Das Angebot an interessanten Stellen war nie so gut wie heute. Vor nicht einmal fünf Jahren haben wir auf eine kleine Anzeige in einer überregionalen Zeitung locker 500 Bewerbungen erhalten. Heute kann man froh sein, wenn 50 zusammenkommen - bei halbseitigen Anzeigen wohlgemerkt.
Wer sich also in diesen Markt begeben will, hat beste Aussichten. Und gerade hier spielt das Internet eine wesentliche Rolle. Jobbörsen, Gehaltsvergleiche und Hilfestellungen fürs erste Bewerbergespräch finden sich in Hülle und Fülle im Netz.
Zunächst einmal ist eine Online-Bewerbung etwas deutlich anderes als die klassische, auf die sich die vielen Ratgeber beziehen. Nützliche Tips für eine erfolgreiche Online-Bewerbung findet man bei Jobs & Adverts (http://www.job.de/tipbewerber.phtml). Dort hat ein erfolgreicher Online-Jobwechsler beschrieben, auf was es bei seiner eigenen Bewerbung ankam. Sicherlich nicht ganz uneigennützig hat die Kienbaum Unternehmensberatung (http://www.kienbaum.de/de/persbera/bewerben/home.htm) einen vollständigen elektronischen Bewerbungsberater ins Netz gestellt, mit hilfreichen Hinweisen speziell für Jungbewerber. Neben allgemeinen Tips finden sich dort reichlich Beispiele für gute und schlechte Unterlagen, Anschreiben und so weiter.
Gezielt an diejenigen, die zum ersten Mal auf Jobsuche gehen, richtet sich Berufsstart Aktuell. Dort gibt es neben Stellenanzeigen für Berufseinsteiger Informationen über viele deutsche Unternehmen. Unter der Rubrik Karrieretips hält der Berufseinsteiger-Server eine Fülle von Tips bereit. Von Gehaltsvergleichen über allgemeine Hinweise zur Berufsplanung bis zur Weiterbildung reicht die Spanne der angebotenen Informationen.
Bekanntlich soll man sich ja mit dem Unternehmen, bei dem man sich bewirbt, möglichst intensiv befassen. Hoppenstedt, der klassische Informationsdienst dafür ist ebenfalls im Internet vertreten und bietet sein Wissen an. Zum Teil sogar kostenfrei. Zudem präsentiert Hoppenstedt eine Online-Version ihrer bekannten Firmendatenbank. Dieser an sich kostenpflichtige Service steht dort mit Einschränkungen unter dem Knopf ‘Kostenfreie Recherche’ zur Verfügung. Der Preis: die Preisgabe der eigenen Identität.
Für den, der sich bei einer zweiten Adresse rückversichern möchte, daß das, was er tut, auch Hand und Fuß hat, empfiehlt sich ein Blick auf Arbeit für Deutschland. Auch dort findet sich eine recht vollständige Beschreibung dessen, was man sinnvollerweise und auf jeden Fall tun sollte sowie dessen, was man tunlichst bleiben läßt.
Natürlich bieten auch die altbekannten überregionalen Zeitungen Online-Stellenanzeigen an. Ohne den Anspruch auf Vollständigkeit erheben zu wollen, hier eine kleine Auswahl. Die Welt, die FAZ und die Süddeutsche Zeitung bieten ihren Stellenmarkt an. Und last, not least an dieser Stelle der Werbeblock: die Heise-Jobbörse.
Selbstverständlich ist auch das gute alte Arbeits(losen)amt im Internet vertreten. Gar nicht mal so schlecht für eine Unternehmung, der man im allgemeinen nicht unbedingt ein hohes Maß an Innovation und Flexibilität zuschreiben würde. Die Behörde bietet ein umfassendes Angebot sowohl für Stellensuchende als auch für Arbeitgeber, die Positionen ausschreiben. Nett: Arbeitgeber können in der Datenbank des Amtes nach Stellengesuchen fahnden und auf diese Weise recht zeitnah Stellen besetzen (es klappt wirklich, ich habe es schon genutzt). Einzige Ausnahme: Informatiker finden sich auch beim Arbeitsamt nicht.
Arbeit soll nicht nur Spaß machen, sondern möglichst auch gut bezahlt sein. Kienbaum (http://www.kienbaum.de/de/aktuell/faq/home.htm#STARTEINKOMMEN) bietet dem interessierten Berufseinsteiger Hinweise auf die für seine Branche üblichen Einstiegsgehälter.
Einen vollständigen Überblick über die Gehaltsstruktur in Deutschland vermittelt Focus. Nach Berufsgruppen sortiert findet sich dort eine Aufstellung der üblichen Gehälter auf unterschiedlichen Hierarchiestufen. Gut gefallen hat mir auch die aktuelle Kienbaum-Studie (http://www.kienbaum.de/de/aktuell/facts/gfstudie.htm) über Geschäftsführer und Managergehäter. Diese Studie vergleicht zwar nur Managergehälter, dafür aber unterscheidet sie zwischen Ost- und Westdeutschland. Egal, wie man zu dem Ost-West-Lohngefälle steht, es ist Realität, und man tut gut daran, sich über Details zu informieren.
Nachdem soviel von Bewerbern die Rede war, ein Wort an diejenigen, die Stellen im Internet ausschreiben: In dem Maße, wie Bewerbungen und Kontaktaufnahme online und nicht mehr gedruckt erfolgen, ändern sich natürlich auch Profil, Prozeß und Geschwindigkeit, in der Stellenausschreibungen ablaufen können. Einen schönen Überblick über diesen Themenkomplex hält auch hier Kienbaum (http://www.kienbaum.de/de/persbera/artikel/recruitment.htm) bereit.
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 05/1999 von iX entnommen.
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