PHP entstand wie viele andere Open-Source-Projekte: jemand veröffentlicht eine Eigenentwicklung, andere zeigen Interesse, reichen Verbesserungen oder gar Erweiterungen ein und bringen so den Stein ins Rollen.
Der in Kanada lebende dänische Softwareentwickler Rasmus Lerdorf wollte eigentlich nur nachvollziehen können, wer das Resümee auf seiner Website las; ein paar kleine C-Wrapper entstanden: PHP, die Personal Homepage Tools. Zeitgleich hatte er einige weitere gebastelt, um Web-Formulare bequemer als bisher auswerten zu können: FI, den Form-Interpreter. Einige Leute fragten ihn nach den beiden, und so gab er sie als PHP/FI weiter. Irgendwann bastelte er einen vernünftigen Parser und fügte weitere Funktionen hinzu: PHP/FI 2.0.
Mit der Nutzergemeinde wuchs auch das Entwicklerteam: Zeev Suraski (Interview mit ihm zu PHP und Open Source in [default.shtml#2 [2]]) und Andi Gutmanns, zwei Informatikstudenten aus Israel, überarbeiteten den Parser, Shane Caraveo portierte PHP nach Windows. Viele weitere Funktionen wurden hinzugefügt, andere gründlich überarbeitet - zu den Kernentwicklern gehören außer den genannten Stig Sæther Bakken und Jim Winstead. PHP/FI war zu PHP 3 geworden, einer erwachsenen Sprache - um den Preis, die Syntax verändern zu müssen. Allerdings können beide Servermodule parallel betrieben werden, und in Grenzen ist auch eine automatische Konvertierung möglich.
Mittlerweile stecken über 25 Personenjahre Arbeit in PHP. Nachdem PHP 3 den Durchbruch schaffte, steht mit PHP 4 der noch performantere Nachfolger ins Haus. Rasmus Lerdorf, der inzwischen mehr Support als Entwicklung macht, hat inzwischen einen Job bei IBM. Die wiederum engagiert sich neuerdings für Open Source und hat den Apache für sich entdeckt. Wer weiß, ob PHP dort nicht auch bald eine Rolle spielen kann
Dieser Text ist der Zeitschriften-Ausgabe 07/1999 von iX entnommen.
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