News-Meldung vom 04.03.2011 14:10 Uhr
Zwar verkauft der Regierende Bürgermeister Berlin gerne als "arm, aber sexy", auf die Armut würde die Landesregierung jedoch gerne verzichten. Eine Chance dafür sieht eine vom Senat beauftragte Potenzialanalyse (PDF-Datei) in der Ansiedlung von Cloud-Dienstleistern. In diesem Segment habe die Stadt Wettbewerbsvorteile wegen der "hohen Gründungsdynamik" sowie der "vielfältigen und hochkarätigen Wissenschaftslandschaft". 82 Prozent der Berliner Bruttowertschöpfung finde im Dienstleistungsgewerbe statt, das besonders von zukünftigen IT-Services profitieren könne.
Allerdings bewerten über die Hälfte der befragten Unternehmen die lokale Kundenzahl und -struktur als "schlecht" oder "sehr schlecht" im Vergleich mit anderen Großstadtregionen. Die "wirklich großen Player" fehlten, heißt es. Außerdem haben einige Interviewpartner eine "antikapitalistische Grundstimmung" in der Stadt verspürt: "Start-ups wären nur dann gern gesehen, wenn sie klein bleiben." Die Studie geht von einem Umsatz mit Cloud-Angeboten von rund 30 Milliarden Euro im Jahr 2025 aus. Wie viel davon in Berlin erwirtschaftet werden könnte, prognostiziert sie nicht.
Ein Pilotprojekt der öffentlichen Verwaltung, das vom Bundeswirtschaftsministerium mit 3,6 Millionen Euro aus seiner Initiative "Trusted-Cloud" bezuschusst wird, soll die Vorzüge von Cloud-Diensten illustrieren. Dazu entsteht unter Federführung des städtischen IT-Dienstleisters ITDZ ein Umzugsportal, das Bürgern den Wohnortwechsel erleichtert. Angebunden werden sollen sowohl staatliche Stellen wie die Meldeämter als auch Dienstleister, etwa Umzugsunternehmen.
(ck)
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