News-Meldung vom 04.08.2010 08:37 Uhr
Neue Hoffnung will das Projekt Illumos allen Anhängern von OpenSolaris machen. Offizielles Motiv für die Initiative ist die Tatsache, dass OpenSolaris trotz des Namens nicht vollständig aus freiem Code besteht. So sind sogar von der C-Bibliothek benötigte Teile nicht quelloffen, ebenso wie der NFS-Lockmanager respektive Teile des Crypto-Frameworks und viele Treiber.
All dies wollen die Illumos-Entwickler ändern (PDF-Datei). Ihr Ziel ist es, ausgehend von der OpenSolaris-Basis OS/Net ein freies Betriebssystem zu schaffen, das vollständig binärkompatibel zu OpenSolaris und Solaris ist. Der Code soll vorrangig unter der BSD- oder MIT-Lizenz stehen, sodass er gegebenenfalls leicht in OpenSolaris einfließen könnte. Ein Fork, also eine Abspaltung, von OpenSolaris sei Illumos "noch nicht" – aber es ermögliche ihn, wenn es Bedarf dafür geben sollte.
Schwerpunkt der Entwicklung sind die x86- und AMD-64-Plattformen sowie VMWare und VirtualBox. Eine SPARC-Version von Illumos ist angestrebt. Da aber nicht alle Teile der Architektur offenliegen, sind dafür noch einige Hürden zu überwinden.
Leiter des Projekts ist Garret d'Amore, der bereits bei Nexenta an OpenSolaris arbeitet. Zu den Unterstützern gehören unter anderem Simon Phipps , der jahrelang bei Sun als Open-Source-"Evangelist" tätig war, und Bryan Cantrill, Co-Autor von DTrace. Oracle habe man eingeladen, sich zu beteiligen, betonte d'Amore. Große Hoffnungen dürften sich die Illumos-Betreiber allerdings kaum machen – das Unternehmen schweigt seit Monaten zum Thema OpenSolaris.
(ck)
Version zum Drucken Per E-Mail versenden Newsletter abonnieren
Permalink: http://heise.de/-1050124
Mehr zum Thema Oracle Betriebssystem OpenSolaris
iOS, Android, Windows Phone 7 und HTML5 - das neue Sonderheft von heise Developer führt Einsteiger und Profis in die Programmierung mobiler Geräte ein.