5. Januar 2013 21:14

Gut, daß wir darüber geredet haben...

Die geladenen Juristen werden sagen, daß die Ablehnung reiner
Softwarepatente maßgeblich ihre Arbeitsgrundlagen gefährden würde,
die Programmierer, daß der Fortbestand reiner Softwarepatente
maßgeblich ihre Arbeitsgrundlagen gefährden würde.

Aufgrund dieses differenzierten Bildes läßt man dann den Status Quo
bestehen.

Es ist viel leichter, die Subventionierung etwa der Montanindustrie
durch Kohlepfennig etc herunterzufahren als die Subventionierung der
Jurisprudenz durch Softwarepatente.

Weil sich die gesellschaftsfeindlichen Posten viel besser und
dezentraler in den unterschiedlichsten Etats zu verstecken vermögen.

Die Verselbständigung des Jurismus (man mag es nicht mehr Jura
nennen) war eine maßgebliche Triebfeder des Antisemitismus zu
Kaiserzeiten.  Die ethnisch/religiöse Konsistenz des Justizapparats
hat sich durch Berufsverbote, Massenvertreibung und -mord nachhaltig
geändert.

Die Sündenböcke haben teuerst dafür bezahlt, das Problem ist
geblieben.

Sichere Arbeitsplätze für Juristen sind ein ähnliches Indiz für eine
funktionierende Gesellschaft wie sichere Arbeitsplätze für
Kriminalpolizisten und Gerichtsmediziner.

Und solange das die gesetzgebenden Instanzen nicht begreifen, die ja
nun auch zwangsweise einen gewissen Juristenanteil benötigen, so
lange wird keine sinnvolle Lösung dabei herauskommen, weil man den
Bock zum Gärtner macht.

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