28. Juli 2010 19:28

Re: Nur die halbe Lösung

Der Kunde bekommt in der Regel den abzunickenden Entwurf für seine
Website von der Grafikagentur in diesbezüglich unproblematischen
Formaten wie PDF oder PSD. Dort werden die Schriftarten natürlich
ideal dargestellt, sowohl was Kantenglättung als auch Kerning etc.
betrifft.
Wenn er dann die fertige Website betrachtet und – aus welchen Gründen
auch immer – die Kantenglättung im Browser deaktiviert hat, macht
sich schnell blankes Entsetzen breit. Die webtypischen Schriften wie
Arial und Verdana sehen auch ohne Kantenglättung noch relativ gut
aus, zwar anders, aber gut lesbar.
Bei Schuckschriften verhält sich das oft ganz anders. 
Eine weitere problematik ist auch, daß Webfonts z.B. im Firefox nur
dargestellt werden, wenn Scripte erlaubt sind. Ansonsten werden
entsprechende CSS-Befehle ignoriert und die Standardschrift der Site
(i.d.R. weiterhin Arial & Co.) angezeigt. Weicht z.B. die Laufweite
der Schmuckschrift stark von dieser ab, ergeben sich wiederum
gestalterische Probleme.
Sinn oder Unsinn von Typografie im Web (die auch mit dieser Technik
oder Alternativen wie sIFR aus typografischer Sicht nur sehr
rudimentär ist) oder die Sinnhaftigkeit von layoutbedingten
Div-Verschachtelungen zu diskutieren, ist zwar sinnvoll, im täglichen
Geschäft fruchten solche Argumentationen aber selten, da der Kunde es
eben „hübsch“ haben will.
Das ist auch verständlich, da der User Produktpräsentationen und
Shops im W3C-Look wohl wenig attraktiv fände.
Nach wie vor gilt nun einmal: der Kunde ist König.
Der User diktiert dem Sitebetreiber das Layout und dieser diktiert es
dem, der die Site umsetzt. Da werden selten Grundsatzdebatten
geführt.