2. März 2012 06:38

Re: Uni zu FH, der Unterschied ist beinahe marginal

hbrkn schrieb am 29. Februar 2012 21:32

> Ich kann mitreden, da ich ein Diplom (FH) und einen Master (Uni)
> vorweisen kann. Von der Schwierigkeit her fand ich persönlich die Uni
> einfacher. Auch von der Stoffmenge und den Prüfungen her war es an
> der FH stressiger. 

Denke ich auch, da man an der FH im Allgemeinen ja auch weniger Zeit
hat.

> Was ist nun der Unterschied? An der FH und an der Uni wird im
> wesentlichen das selbe Handwerkszeug gelehrt. ABER: Natürlich gibt es
> auch einen Unterschied. Während an der FH zwar die Techniken gelehrt
> werden, fragt man selten nach den Hintergründen der selben. An der
> Uni hingegen führt man diverse Beweise und leitet dann quasi das her,
> was an der FH als gegeben gesehen wird. Das ist der Unterschied.

Deshalb heissen die FHs übersetzt ja auch University of "Applied
Sciences".
Sprich die Grundlagenforschung wurde gemacht, jetzt muß man das aber
eben auch mal anwenden können. Es bringt ja nichts, wenn der
Elfenbeinturm nur heisse Luft produziert, dann würden wir heute noch
in der "Steinzeit" leben.
Und zur Anwendung muß man eben auch wissenschaftliche Arbeiten
verstehen können, und nicht die Grundlagenforschung nochmal
durchführen.

> Die Unterschiede sind aber nicht so groß, dass man sich nicht schnell
> (sagen wir in einem Semester) in den Unistoff einarbeiten könnte. Man
> muss einfach bereit sein, theoretisch tiefer in die Materie
> einzusteigen. Und die in der FH gelernten Grundlagen sollten sitzen.
> Dann steht einem erfolgreichen Master nichts entgegen.

> Wenn ich hier so einige Schwanzuslongus-Diskussionen lese nach dem
> Motto "Uni ist besser, Uni ist schwerer" oder "FH ist kein STudium,
> sondern eine Ausbildung", kann ich nur lachen. DAs zeugt lediglich
> davon, dass man von der jeweils anderen Hochschulart keine Ahnung
> hat.

Es soll ja auch Leute geben, die erst mit 25 ein Studium aufnehmen,
weil sie vorher zum Beispiel erst eine Lehre gemacht und gearbeitet
haben, und danach noch das Fachabitur. Diese sind meist eher
praktisch veranlagt, sprich, die wollen sehen, wie etwas entsteht.

Die Wendezeit hat mir leider einen Strich durch meine Lebensplanung
gemacht, und die angefangene Lehre war mir dann erstmal wichtiger,
als sich ins Ungewisse zu stürzen. Mit 22 Fachabi, weil Vollabi zu
lange gedauert hätte. Mit 25 Anfang mit FH Studium, wobei die ersten
zwei Semester schon hart waren nach 4 Jahren Armee und
Elektro-Montage (Mittwoch von Baustelle zurück, Donnerstag gleich zum
Vorbereitungskurs!), mit 30 fertig und fast pleite (10000 Euro
Bafög-Schulden). Dann einen Master oder sogar Doktor dranzuhängen,
konnte ich mir finanziell nicht leisten (gereizt hätte es mich schon,
hätte ja, wenn die Zeit nicht zu knapp gewesen wäre, noch ein Paper
für ne Forschungskonferenz während meiner Diplomarbeit geschrieben).
Denn nach fünf Jahren wollen die das Bafög ja langsam zurück. Und mit
38 ist es wohl nun fast schon zu spät, da kann ich mehr mit meiner
Erfahrung punkten.

Trotzdessen hätte ich mir schon gern auch mehr Theorie gegönnt. Ich
habe schon in der Schule lieber nach Lösungsansätzen gesucht, als nur
die pure Formeln anzuwenden.

> So long

Genau.

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