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15. Dezember 2009 13:18

Was in der Studie wirklich steht!

Habe mich gerade mal durch die 107-seitige Studie durchgearbeitet und
stelle fest:

In der Studie wird das Stockholm-Syndrom nirgendwo erwähnt. Auch die
angeblichen Nachteile wie fehlende MMS oder nicht wechselbare
Batterie werden in der Studie nirgendwo erwähnt.

Strand-Consult betrachtet das iPhone fast ausschließlich aus der
Sicht der Mobilfunkprovider und hat mit vielen Dingen recht, nämlich:

1. Das das iPhone zwar am Anfang durch die Exklusivität den einzelnen
Providern Vorteile verschafft, diese Exklusivität aber in dem Maße
abnimmt, wie sich die Anzahl der Provider mit dem iPhone im Portfolio
in einem Land vergrößert.

2. Das führt dazu, das das Alleinstellungsmerkmal wegfällt und der
Kampf um die Kunden über den Preis geführt wird.

3. Der größte Teil des Datentraffics wird nicht von iPhones, sondern
von Mobilrechnern wie Netbooks oder Notebooks generiert.

4. Vergleicht man den Datentraffic des iPhones mit dem anderer
Telefone, so liegt das iPhone klar vorne. Obwohl das iPhone dem
Provider durch seinen höheren Datentraffic höhere Kosten verursacht,
können die Kosten bei den Volumenverträgen nicht auf die
iPhone-Nutzer abgewälzt werden, was dazu führt, das der Provider am
iPhone weniger verdient.

5. Das Business-Modell des iPhones lebt auch vom Verkauf mobiler
Services wie z.B. Musik  oder Applikationen. Der Verkauf dieser Dinge
geschieht ausschließlich über Apples Infrastruktur, die Provider
werden nicht am Umsatz beteiligt. Da die Downloads zusätzlichen
Traffic generieren, sinkt sogar der Profit der Betreiber im Vergleich
zu anderen Telefonen (siehe auch 4.).

6. Die Studie empfiehlt den Providern, selber eine Infrastruktur für
mobile Services aufzubauen, um über die Umsätze hieraus zum einen die
gesunkenen Gewinne aus dem Datentraffic zu kompensieren, zum anderen
zusätzliche Einnahmequellen zu erschließen, da langfristig durch den
Konkurrenzkampf die Preise für die eigentlichen Services (Telefonie,
SMS, Daten) fallen werden.

7. Wegen 6. empfiehlt die Studie, lieber Telefone anderer Hersteller
mit ähnlichen Leistungsmerkmalen wie dem iPhone zu verkaufen und
darauf hinzuarbeiten, das die Nutzer dieser Telefone lieber die
eigenen Dienste der Provider zu nutzen (SMS oder MMS) anstatt
zunehmend Umsatz an Dienste wie EMail oder die Nutzung von Messengern
zu verlieren, die über die Datentarife abgegolten sind.

Mein Fazit: 

Das meiste von dem, worüber hier im Forum diskutiert wurde, steht
überhaupt nicht in der Studie drinnen. Die Studie betrachtet
ausschließlich die Belange der Mobilfunkprovider und kommt zu dem
Schluß, das das iPhone langfristig schlecht für das Geschäft ist -
und zwar zu Recht!

cu/

Sergeij