07.05.2008 14:01

Angela Meyer

In Aufbruchstimmung

Ansprüche der Informatikstudierenden an die Berufswelt

c't 21/2007, S. 97: Absolventenbarometer

Aufmacherbild Welche Arbeitgeber finden angehende Informatiker besonders attraktiv? Was erwarten sie von ihrem ersten Job nach dem Studienabschluss? Und zu welchen Zugeständnissen sind sie dafür bereit? Einige Antworten gibt das Absolventenbarometer des Trendence Instituts.

Erfolg macht sexy - und für sehr großen Erfolg gilt dies offenbar ganz besonders: Dieser Schluss drängt sich zumindest beim Blick in die neunte IT-Edition des Absolventenbarometers auf, für das von März bis Juni 4900 Informatik-Studierende an 61 deutschen Hochschulen dem Trendence Institut online anonyme Auskunft darüber gaben, was sie von ihrem ersten Job erwarten und wer ihr Wunscharbeitgeber wäre.

Unternehmen, die zwar schon seit Jahren in der hieraus ermittelten Top100-Liste sind, dabei aber in der Gunst des Nachwuchses über das Mittelfeld nicht hinauskommen, dürften in diesem Jahr besonders neidisch auf den Zweitplatzierten schauen: Die binnen nicht einmal zehn Jahren zu dem Konzern aufgestiegene Firma Google kam in diesem Jahr als Neuling in die Auswahlliste und erreichte nach SAP als neuem Spitzenreiter auf Anhieb Platz 2. Die früheren Listenersten IBM und Siemens landeten diesmal auf Platz 3 und 4. SAP verdankt seinen Spitzenplatz in der Gesamtwertung vor allem besonders häufigen Voten der Wirtschaftsinformatiker, sodass Google bei dem Teil der Studierenden, die allgemein Informatik als Studienfach angegeben haben, sogar den ersten Platz vor IBM und SAP erreicht.

Die Aufsteiger
Rang Unternehmen Differenz
2 Google neu
19 Accenture +12
12 sd&m AG, software design & management +6
22 Oracle Deutschland +6
10 Audi +5
13 Bundesamt f. Sicherheit i. d. Informationstechnik +3
15 Lufthansa Systems +2
1 SAP +1
8 Apple Computer +1

Dieser Senkrechtstart von Google macht noch einmal sehr drastisch deutlich, dass man dieses Ranking ebenso wie andere nicht als absolute Bewertung aller Unternehmen interpretieren darf: Längst nicht alle, die als Arbeitgeber in Frage kämen, stehen auch in der Liste, aus der die Teilnehmer an der Umfrage zum Absolventenbarometer jedes Jahr bis zu drei Wunscharbeitgeber wählen können. Zusätzlich können die Studierenden ihrer Ansicht nach fehlende Unternehmen angeben, von denen die am häufigsten genannten im jeweils folgenden Jahr die im Vorjahr unbeliebtesten Firmen in der Auswahlliste ersetzen.

Die Absteiger
Rang Unternehmen Differenz
18 Max-Planck-Gesellschaft -9
20 Sun Microsystems -8
17 DaimlerChrysler -6
25 Suse Linux/Novell -5
16 EADS -4
11 AMD Dresden -4
22 ProSiebenSat.1 Media -4
3 IBM Deutschland -2
6 Fraunhofer-Gesellschaft -2
24 Robert Bosch -2
4 Siemens -1
7 Microsoft Deutschland -1
9 Porsche -1

Wer nicht gleich im ersten Jahr auf der Liste stand, hat so zwar noch eine Chance dazuzukommen, aber offensichtlich kann dies selbst bei bekannten Unternehmen etwas dauern: In diesem Jahr erscheinen neben Google auch der Halbleiterkonzern Intel, der Internetprovider United Internet, der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport und der Elektronikkonzern Rohde & Schwarz erstmals in den Top100. Alle hätten sicherlich auch schon in den Vorjahren eine nennenswerte Anzahl an Stimmen bekommen.

Google ist dabei im doppelten Sinne ein Newcomer: Mit dem im April zur wertvollsten Marke der Welt gekürten Konzern taucht erstmals eine Internetfirma in der ersten Riege der Top100-Liste auf, zu der neben SAP, Microsoft und Apple so-wie den Beratungsunternehmen sd&m und Accenture zwar auch die Forschungsgesellschaften Fraunhofer und Max-Planck, das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik und der Bundesnachrichtendienst gehören, in der sich aber vor allem altbekannte Industrienamen wie IBM, Siemens und AMD sowie BMW, Porsche, Audi und DaimlerChrysler oder Lufthansa und EADS häufen.

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