21.05.2008 14:02
Wer beruflich in die Informations- und Kommunikationstechnik einsteigen will, sollte sich jetzt schnellstens informieren: An manchen Hochschulen ist schon Ende Mai Bewerbungsschluss für das kommende Wintersemester und auch bei manchen besonders interessanten Ausbildungsangeboten beginnt die erste Runde eines mehrstufigen Bewerbungsverfahrens gut ein Jahr vor der zumeist im August oder September startenden Ausbildung - für den Herbst 2009 also schon jetzt im Sommer 2008.
Dabei ist es mit der Entscheidung zwischen IT-Ausbildung oder Informatikstudium noch nicht getan. Bei näherem Hinsehen offenbaren sich erheblich vielfältigere Möglichkeiten, die man sorgfältig prüfen sollte.
Mit den bei ihrer Einführung 1997 "neue IT-Berufe" getauften betrieblichen Ausbildungen gibt es gleich vier nahe verwandte Berufe, in denen es um die Planung, Einrichtung und Betreuung von IT-Systemen gehen soll, allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten:
Informatikkaufleute sollen neben einer breiten IT-Ausbildung auf jeweils eine Branche zugeschnittene Fachkenntnisse erwerben, um die richtige IT-Ausstattung für ihr Unternehmen planen, beschaffen, anpassen und betreuen zu können. Mit der Wahl des Ausbildungsunternehmens legt man sich hier auch inhaltlich fest – zumindest kann man bei einem Wechsel innerhalb der gleichen Branche am ehesten mit seiner Erfahrung punkten. Bei anderen IT-Berufen ist die Branche, in der man lernt, auch nicht gleichgültig, aber schwerer wiegen hier die Schwerpunkte bei den IT-Kenntnissen.
Fachinformatiker gibt es gleich in zwei Fachrichtungen: Anwendungsentwickler entwerfen und verbessern Software für das eigene oder ein auftraggebendes Unternehmen – sie müssen sich daher auch mit den Inhalten der Software vertraut machen. Eine Ausbildung in Systemintegration zielt dagegen auf die Konfiguration und Betreuung von IT-Systemen.
IT-System-Kaufleute verkaufen Soft- und Hardwaresysteme an Unternehmen, die ihre IT-Infrastruktur neu einrichten oder erweitern wollen – wozu Planung, Installation und Inbetriebnahme ebenso gehören können wie die Schulung der Anwender beim Kunden.
IT-Systemelektroniker planen, installieren und reparieren vorrangig Computer-, Fest- oder Funknetze inklusive der Stromversorgung. Bei ihnen steht die Hardware stark im Mittelpunkt, Softwarekenntnisse sind erst in zweiter Linie wichtig.
Zu diesen IT-Berufen führen so genannte betriebliche Ausbildungen im dualen System, die in der Regel drei Jahre dauern: Theoretischer Unterricht in der Berufsschule ergänzt die vorwiegend praktische Ausbildung im Betrieb.
Nach diesem Muster werden eine Reihe weiterer informationstechnischer Berufe ausgebildet wie Mechatroniker, die fachübergreifend mit mechanischem, elektrotechnischem und elektronischem Wissen und Können zum Beispiel in der Autoindustrie arbeiten, Mikrotechnologen, die Elektronik, Feinmechanik und Chemie mit den Schwerpunkten Halbleitertechnik und Mikrosystemtechnik verbinden, oder der Handwerksberuf Informationselektroniker, der aus den früheren Berufen Radio- und Fernsehtechniker und Büromaschinenelektroniker entstanden ist.
Neben der betrieblichen Ausbildung gibt es auch je nach Bundesland unterschiedlich geregelte schulische Vollzeitausbildungen an Berufsfachschulen oder -kollegs. Diese meist anderthalb- bis dreijährigen IT-Ausbildungen haben Bezeichnungen wie Informatikassistent mit Schwerpunkten wie Technik, Wirtschaft, Softwaretechnologie, Multimedia oder auch Medizinökonomie. Häufig kann man gleichzeitig auch die Fach- oder allgemeine Hochschulreife erwerben, die Eintrittskarte zum Studium.
Wer sich für eine Ausbildung in den IT-Berufen interessiert, sollte sich allerdings genau informieren, für welchen späteren potenziellen Einsatzbereich das anvisierte Unternehmen oder die gewählte Fachschule ausbildet und welche Positionen sich damit voraussichtlich erreichen lassen – für viele interessante Jobs setzen etliche Unternehmen von vornherein auf Hochschulabsolventen.
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