![]() Telepolis special 02/2007 Kosmologie |
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Physik-Nobelpreisträger Prof. Dr. George F. Smoot im
Gespräch
Vor der Geburt unseres Universums hat es schon Raum und Zeit gegeben,
glaubt der Physiker Prof. Dr. George F. Smoot (61) von der
Berkeley Universität in Kalifornien (USA). Anno domini 2006, 13,7
Milliarden Jahre nach dem Urknall, wurde Smoot zusammen mit John Mather
in Stockholm mit dem Physik-Nobelpreis geehrt. Ihre im Rahmen
des COBE-Experiments durchgeführten Messungen der kosmischen
Hintergrundstrahlung haben die Theorie vom Urknall, mit dem unser
Universum zu existieren begann, eindrucksvoll bestätigt. Im
vorliegenden Exklusiv-Interview mit Telepolis geht Smoot auf COBE, primär
aber auf viele wissenschaftlich ungeklärte Fragen ein und bezieht zu
vielen Aspekten der Kosmologie eindeutige Position.
Ist das Universum wirklich unvergänglich?
Dehnt sich der Kosmos seit dem Urknall
kontinuierlich und mit wachsender
Geschwindigkeit aus – oder leben wir in
einem statischen Universum, das sich
gelegentlich mit Materie auffüllt? Die
moderne Astronomie hat viele Antworten
vorgeschlagen, aber auch zahlreiche neue
Fragen aufgeworfen.
Der Kosmos von Gott III
Dieser Mann heißt wirklich Gott: John Richard
Gott III. Und er ist Professor für Astrophysik an
der Princeton University, ein Kosmologe, der die
Entstehung und Entwicklung des Universums
erforscht. Weltweit bekannt – auch außerhalb
der Wissenschaftsgemeinde – wurde er mit
seiner „Gottesformel“, einer mathematisch
fundierten Vorhersage der Zukunft. Aber das
ist nicht der einzige ungewöhnliche Ansatz,
den dieser Astrophysiker verfolgt. Gott glaubt,
dass das Universum schlichtweg aus sich selbst
heraus entstanden und in einer Zeitschleife
gefangen ist.
Schwarze, Weiße und Wurmlöcher
Schwarze Löcher lauern überall im Universum.
Sie verschlingen alles, was ihnen zu nahe
kommt, selbst das Licht kann ihnen nicht
entkommen. Ihr Gegenstück in der Theorie
sind Weiße Löcher, sie spucken Materie ins
All – allerdings gibt es keinen Beweis für ihre
reale Existenz. Das gilt auch für Wurmlöcher,
kurze Verbindungen zwischen Bereichen der
Raumzeit, die in der Science-Fiction weit
verbreitet, in der Astrophysik aber bislang
nur theoretisch möglich sind.
Gibt es Universen jenseits unseres Universums?
Der englische Physiker Sir Martin Rees,
Royal Society Research Professor in Cambridge
und Königlich-Britischer Hofastronom, einer der
angesehensten Astrophysiker der Gegenwart,
hält die Existenz von Multiversen, so fantastisch
dieser Gedanke auch anmutet, für möglich.
Sind Schwarze Löcher Eizellen zu neuen Universen?
Lee Smolins Baby-Universum-Modell, das
der US-Forscher schon vor einigen Jahren
aufgriff und weiterentwickelte, und von dem
er immer noch nicht abgerückt ist, lässt sich
weder wider- noch belegen. Dennoch kann
der Idee, unser Universum könnte einem
Schwarzen Loch entschlüpft sein, eine
gewisse Originalität nicht abgesprochen
werden.
Was liegt jenseits der vier Dimensionen?
Multiversen, Parallelwelten, Wurmlöcher
oder Superstrings; sich bis an die Grenzen
des räumlich Undenkbaren denken – dies
ist in der Kosmologie en vogue wie selten
zuvor. Die Theorien, die Astrophysiker und
Kosmologen seit einigen Jahren verstärkt in
die Diskussion einbringen, sind bizarr wie
faszinierend. Faszinierendes weiß auch
der New Yorker Professor Michio Kaku zu
berichten, einer der Mitbegründer der
Stringtheorie. Für dieses Special machte er
sich einige Gedanken über den Hyperspace,
die Weltformel und die unvermeidlichen
Superstrings.
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