Probierstunde
Das erste Kennenlernen von OS X 10.8.2 auf PC-Hardware verlief vielversprechend. Das Booten von SSD dauerte mit 25 Sekunden ähnlich lange wie beim Mac Pro. Mit Apple-Tastatur, -Maus und -Monitor fühlte sich der Klon an wie ein echter Mac. Zwei zugleich angeschlossene Bildschirme – ein Apple 24-Zoll-Cinema-Display und ein Dell-Monitor – wurden über Mini-Displayport und DVI korrekt erkannt. Das Schieben und Skalieren von Finder-Fenstern ging flüssig von der Hand, keine Spur von Grafikstörungen oder Artefakten, wie man vielleicht befürchten könnte. Allerdings fing die über einen USB-Bluetooth-Adapter von Belkin gekoppelte Magic Mouse nach kurzer Zeit an zu ruckeln. Grund war hier offenbar eine zu große Entfernung zwischen Gerät und Adapter – er steckte an der Rückseite des PC unter dem Tisch. Ein Verlängerungskabel beseitigte das Problem. Das Einstecken in einen nahegelegenen USB-Hub am Monitor oder an der Tastatur half dagegen nicht und führte nur dazu, dass der Rechner die Maus nach einem Neustart nicht direkt erkennen wollte.
Firewire-800-Festplatten mussten über den Thunderbolt-auf-Firewire-Adapter von Apple angeschlossen werden, das gelang auch mit sechs Firewire-Festplatten in Reihe. Sobald ein echtes Thunderbolt-Laufwerk am Rechner eingestöpselt war, funktionierte der Firewire-Adapter am anderen Thunderbolt-Port jedoch nicht mehr – das System blockierte und musste neu gestartet werden. Erst als der Firewire-Adapter an das Ende der Thunderbolt-Kette eingesteckt war, gelang die Kombination ohne Aussetzer. Dazu braucht es Geräte mit durchgeschleiftem Thunderbolt-Port.
Die Systeminformationen entlarven den Mac als Hackintosh.
Seit dem Update des Mainboards-UEFI-Bios auf Version F11 erkennt der Hackintosh während des Betriebs eingesteckte Firewire-Laufwerke häufiger direkt, das wollte zuvor nur nach einem erneuten Booten gelingen. Ein Bios-Update kann jedoch auch einen negativen Effekt haben; gut, dass das Mainboard zwei Biosse enthält, die man zum Testen umschalten kann. USB 2.0- und USB 3.0-Laufwerke und -Geräte bereiteten kein Kopfzerbrechen. Festplatten sowie Camcorder, iPad und iPhone wurden erkannt und waren soweit ohne Einschränkungen einsetzbar. Über WLAN spiegelten wir das Display von iPhone oder iPad auf den angeschlossenen Monitor, AirPlay Mirroring genannt. Auch das Streamen von Musik und Filmen auf das Apple TV verlief ohne Störungen.
Der Blu-ray-Brenner von Pioneer las und beschrieb eingelegte CDs, DVDs und Blu-rays. Der Klon weigerte sich, Filme im Blu-ray-Format abzuspielen, das ist auf einem echten Mac auch nicht anders.
