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6. Februar 2013 01:43

FT: Apple vs. Duden - "Pferdeäppel" und "äppeln" verletzen Markenrechte

Wie ein Sprecher des Dudenverlags auf Nachfrage der Redaktion des
FAKETICKERs bestätigte liegt dem Verlag seit einer Woche ein
Schreiben der Anwaltssozietät Maaß, Lohs & Partner vor, in dem namens
und im Auftrage der Fa. Apple die Streichung einzelner Einträge aus
sämtlichen von der Verlagsgruppe betreuten und veröffentlichten
Wörterbüchern verlangt wird. 

Ausdrücke wie "Pferdeäppel" oder das zugehörige Verb "äppeln" sind,
so argumentiere die Kanzlei, in offensichtlich diffimatorischer
Absicht darauf ausgelegt, das semantische Umfeld der Marke Apple mit
Assoziationen aus dem niedersten Fäkalbereich zu belasten - und
drohen so den besonderen Wert der Marke Apple zu beschädigen. 

Weiter führt das Schreiben, einen möglichen Einwand vorwegnehmend,
aus, dass ein Verweis auf die aus dem Niederdeutschen stammende
Etymologie der Ausdrücke und Verweise auf Fundstellen in Texten seit
dem frühen 16. Jahrhundert nicht als Rechtfertigung gelten könne,
denn solche rückwärtsgewandte Argumentation vernachlässige die
spracherzieherische und normative Funktion von Wörterbüchern. Es sei
nun an der Zeit, dass endlich auch die Sprachwissenschaft ihre
Verantwortung im Kampf um den Erhalt zentraler Inhalte unserer Kultur
wie dem Markenrecht und verwandter Intellectual Properties erkenne
und proaktiv wahrnehme.

Den Streitwert beziffern die Anwälte "bewusst niedrig" mit 2 Mio.
Euro und wollen dies als ein Zeichen ihres Interesses an einer
gütlichen Einigung verstanden wissen.

Der Verlagssprecher verwies im Gespräch darauf, dass es durchaus noch
schlimmer habe kommen können, so seien die Begriffe "veräppeln" und
"Apfelmus" ausdrücklich nicht inkriminiert. Offenkundig sei bei alle
dem in mancher Hinsicht aber der Wurm drin.


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