21. Dezember 2012 06:48

Re: Mit dem iPad "lernen" bringt nichts

Vitali Tschernobyl schrieb am 20. Dezember 2012 22:18

> Wenn man mit Computern oder Tablets lernt, bleibt fast nichts hängen.
> Die klassische Methode mit Büchern aus Papier, einem Notizblock und
> Bleistift ist ca. 20 Mal effizienter.

Das stimmt so leider nicht.
Es ist nur ein anderes lernen und man hat andere Schwerpunkte. In
Mathe z.B. ist es mit dem Rechner nicht mehr wirklich wichtig
möglichst schnell rechnen zu können. Wenn man Maple, derive & Co.
einsetzt, dann kommt es nicht mehr darauf an in den 60 min der
Prüfung möglichst viele Ableitungen und Integrale richtig zu
berechnen, das macht dann das Matheprogramm.
Dafür muss dann dann plötzlich Dinge wissen wie etwa die Definition
eines Integrals, wie man bestimmte Sätze beweisen kann, was man mit
einem Integral oder einer Fourier-Transformation machen kann und was
nicht etc. pp.

Kurz: Statt Rechnen kann man mit Computerunterstützung wirklich Mathe
lernen.

Und ähnlich ist es mit vielen andern Dingen auch.
Es ist nicht mehr wirklich wichtig Geschichtsdaten aufs Jahr zu
wissen. Das kann man in Registern nun superschnell nachschlagen.
Dafür muss man nun Beispielsweise Ereignisse auch noch bewerten und
in den historischen Kontext setzen können. Dinge, die man noch vor 20
Jahren eben nicht als primären Lerninhalt hatte, weil man da noch
stupide Geschichtsdaten auswendig lernen musste.

Und ja, ohne die Grundlagen in Geschichtsdaten und ohne einen Limes
der eine Transformation manuell berechnen zu können bringen auch die
besten Programme nix. Aber Programme und elektronische
Nachschlagwerke sparen einiges an stupider Arbeit, so dass man sich
wesentlich intensiver der eigentlichen Wissenschaft widmen kann.

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