
„Big Data und In-Memory-Computing werden dazu führen, dass operative und analytische Geschäftsanwendungen wie Business Intelligence miteinander verschmelzen“. Rüdiger Spies, IDC.
Eine technologische Voraussetzung für diese Entwicklung ist das In-Memory-Computing, bei dem ganze Datenbanken in den Hauptspeicher geladen werden. Dadurch entfällt der Festplattenzugriff, was die Antwortzeiten der Systeme deutlich reduziert. Für Rüdiger Spies, Patentanwalt und Analyst sowie Independent Vice President Enterprise Applications bei IDC, ergibt sich daraus eine völlig neue Perspektive für die zukünftige Entwicklung von Unternehmens-Software: „ Big Data und In-Memory-Computing werden dazu führen, dass operative und analytische Geschäftsanwendungen wie Business Intelligence miteinander verschmelzen. Schon heute sehen wir, dass die meisten ERP-Hersteller umfangreiche BI-Funktionalität in ihre Systeme integrieren oder als Zusatzlösung anbieten. Diese Entwicklung wird künftig noch forciert.“ Auch für James Richardson von Gartner hat Big Data das Potenzial, die Ausbreitung von Business Intelligence oder Business Analytics insgesamt zu fördern. Schon deshalb, weil die hierfür eingesetzten Tools ihren Anwendern nicht mehr die Lektüre dicker Handbücher abverlangen.
Als weiteren wichtigen Wegbereiter für Business Intelligence in Unternehmen sieht IDC-Experte Spies das Cloud Computing. Nach aktuellen Erkenntnissen von IDC werden in den nächsten Jahren zwanzig bis fünfundzwanzig Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern auf Cloud-basierte ERP-Software umstellen. „Von da aus ist es dann nur noch ein kleiner Schritt, auch die BI-Lösung des jeweiligen Herstellers als Service aus der Cloud zu beziehen“, sagt Spies. Der BARC-Studie „Business Intelligence im Mittelstand 2011/2012“ zufolge ist BI als Software as a Service derzeit noch eine Randerscheinung. Zwar wird diese Betriebsart bei 25 Prozent der Befragten bereits genutzt, aber jeweils nur „vereinzelt“. Demgegenüber setzen 85 Prozent der Teilnehmer „ausschließlich“ eine lokale oder Intranet-Installation ein.
Mobile Computing, einer der aktuell wichtigsten IT-Trends, macht auch vor Business Intelligence nicht Halt. Schließlich wird von Unternehmern und Führungskräften auch unterwegs Entscheidungsfähigkeit erwartet. Der mobile Zugriff auf die Plattform erfolgt dabei überwiegend noch per Notebook, aber auch iPhones und iPads werden bereits als Clients genutzt. Dazu ist es allerdings erforderlich, die Berichte im Vorfeld so zu gestalten, dass sie nur die wichtigen Daten liefern. Das dahinterstehende Prinzip des “Weniger ist mehr“ ist für die meisten BI-Verantwortlichen keine neue Forderung: Sie sind es gewohnt, die Anwender dazu erziehen zu müssen, dass sie sich auf das Wesentliche beschränken und nicht anfangen, die Halmlängen im Heuhaufen zu vergleichen. Uwe Küll