
Die Anbieter von Sicherheitslösungen haben inzwischen darauf reagiert und ihre Produkte dahingehend erweitert. So etwa McAfee. Der Security-Anbieter verfügt mit Enterprise Mobility Management (EMM) 10 über eine Suite, die sich für heterogene Gerätelandschaften und BYOD eignet. Als Client-Plattformen werden iOS, Android, Windows Phone 7 und Blackberry unterstützt. Die Sicherheitsfunktionen konzentrieren sich hauptsächlich auf den kritischen Bereich der Datensicherheit. So lassen sich mit der Lösung bei einem gestohlenen oder verlorenen Gerät die Daten remote löschen. Auch kann der Administrator das Smartphone aus der Ferne sperren. Zudem erlaubt es EMM 10, sensible Daten mit Hilfe von Policies gegen Missbrauch zu schützen. Optional lässt sich eine starke Zwei-Faktoren-Authentisierung für die mobilen Anwender einführen. Schadprogramme werden ebenfalls geblockt und können vom Benutzer gar nicht erst heruntergeladen werden. Dabei werden mobile Apps gegen eine URL-Reputations-Datenbank auf ihre Vertrauenswürdigkeit geprüft. Dabei integriert sich die Lösung in den McAfee ePolicy Orchestrator (ePO), womit die mobilen Geräte auch etwa bei Compliance-Berichten berücksichtigt werden.
Ein Nachteil der BYOD-Strategie, der oft übersehen wird, betrifft die interne Anwendungsentwicklung. Standardisiert das Unternehmen auf eine Mobilplattform, können Apps relativ einfach nativ geschrieben werden. In einer BYOD-Umgebung jedoch müssen die wichtigsten Plattformen wie iOS, Android oder auch Blackberry unterstützt werden. Hier sind drei verschiedene Ansätze möglich: für mobile Geräte angepasste Browser-Anwendungen, native oder hybride Apps. Jeder Ansatz hat seine eigenen Vor- und Nachteile: Browser-Anwendungen benötigen zwingen eine Internet-Verbindung, sind kaum performant und auch häufig nicht optimal zu bedienen. Dafür ist die Entwicklung preiswert und nicht besonders aufwändig. Native Apps bieten die beste Performance und Bedienbarkeit, sind aber in einer heterogenen Umgebung sehr aufwändig zu entwickeln, da der Code immer für alle unterstützen Plattformen spezifisch angepasst werden muss. Hybride Apps, die auf verschiedenen Plattformen arbeiten, stellen einen möglichen Kompromiss dar: Sie erreichen zwar nicht die Leistungsfähigkeit einer nativen App, sind jedoch in diesem Punkt den Browser-Anwendungen überlegen. Gleichzeitig ist die Entwicklung weniger aufwändig als bei nativen Apps.
Unternehmen, die ihre Geschäftsprozesse mit eigenen Apps unterlegen, sollten beim Einstieg in BYOD also die individuell passende Mischung aus den verschiedenen Ansätzen finden. In aller Regel wird sich dabei ein Mix aus nativen und hybriden Apps herauskristallisieren: Native Apps da, wo Performance gefordert ist, ansonsten die einfacher zu entwickelnden hybriden Apps.
Mit einer entsprechenden MDM- und Sicherheitslösung untermauert, kann BYOD ohne unkalkulierbare Risiken Teil der IT-Strategie werden. Es kommt darauf, den richtigen Mix aus BYOD und vom Unternehmen beschaffter Geräte zu finden. Ganz wird sich kaum ein Unternehmen diesem Trend verschließen können. Zudem ist zu erwarten, dass auch die Hardware-Hersteller zumindest in der oberen Geräteklasse über kurz oder lang auf die neuen Anforderungen der Unternehmen nach mehr Sicherheit bei Smartphones und Tablets reagieren. Noch fehlen in den entsprechenden Prozessoren integrierte Sicherheitsmerkmale, die Gerätehersteller orientieren sich am Cosumer-Markt. Doch in Anbetracht der langen Entwicklungszeit einer CPU darf das nicht wundern. Technologien wie Trusted Execution Technology (TXT), Secure Key oder andere Merkmale, die heute bei den aktuellen Prozessoren von Intel Standard sind, werden sicher auch ihren Weg in die kleinen Alltagshelfer finden. (Jan Schulze)