Asus lieferte seinen Eee PC 1005PE pünktlich zum Start der Netbook-Plattform Pine Trail aus. An Bord sind der Atom N450, der nun einen Speicher-Controller und eine Grafikeinheit enthält. Halten Intels Versprechen bezüglich der gestiegenen Performance und der reduzierten Leistungsaufnahme?
Der Asus Eee PC 1005PE nutzt die zweite Atom-Generation Pine-Trail 1]. Der N450 läuft wie der Vorgänger N280 mit 1,66 GHz, der in Netbooks häufiger eingebaute N270 ist mit 1,6 GHz kaum langsamer. Da sich am internen Aufbau der Recheneinheiten nichts geändert hat (der N450 ist weiterhin ein Single-Core-In-Order-Prozessor mit Hyper-Threading), bleibt die Rechenleistung auf dem bekannt niedrigen Niveau.
Die Grafikeinheit GMA 3150 hat gegenüber ihrer Vorgängerin GMA 950 zwar ein wenig an Performance zugelegt, reicht aber weiter nur für rudimentäre 3D-Anwendungen wie Google Earth aus. Beschleunigungsfunktionen für aktuelle Video-Codecs wie H.264 fehlen – solche behält Intel seinen Grafikkernen 4500MHD und Intel HD vor, die in größeren Notebooks zum Einsatz kommen. Videos mit einer Auflösung von 720p stellen also weiterhin einen Scheidepunkt dar und können je nach Codec und Bitrate mal flüssig, mal nur ruckelnd wiedergegeben werden. Bei per Flash in Webseiten eingebetteten Videos liegt die Auflösungsgrenze noch niedriger: HD-Clips auf YouTube wollte der Eee PC 1005PE nicht ruckelfrei abspielen – auch nicht mit einer Beta-Version des Flash-10.1-Plug-ins, welches die Dekodierung erstmals an in Grafikchips enthaltene Video-Einheiten auslagern kann.
Das kleine Die des Atom N450 (Bildmitte) enthält einen Speicher-Controller und die Grafikeinheit GMA 3150. Der Chipsatz besteht nur aus dem I/O-Baustein NM10 (rechts oben).
Während die Performance gegenüber bisherigen Netbooks mit N270/N280 also gleich bleibt, punktet der N450 bei der Energieeffizienz: Bei geringer Systemlast gab sich der 1005PE mit nur 4,3 Watt zufrieden; sein 48-Wh-Akku hielt deshalb über elf Stunden durch. So lange Laufzeiten und einen ähnlich niedrigen Energieverbrauch gab es zwar bisher auch schon bei Netbooks wie MSIs Wind U115 Hybrid [2], doch nur durch den Einsatz der teureren Stromspar-Atoms der Z-Serie samt US15W-Chipsatz mit noch langsamerer Grafik. Manche Netbooks mit N270 wie Asus’ 1005HA, der Vorgänger des hier getesteten 1005PE, schafften zwar bis zu zehn Stunden, benötigten dafür aber leistungsstärkere Akkus (63 Wh beim 1005HA [3]), weil die Komponenten im Leerlauf mindestens 2 Watt mehr saugen.