Asus stattet sein 12-Zoll-Netbook Eee PC 1201N mit ungewöhnlicher Hardware aus: Als Prozessor arbeitet die Doppelkern-CPU Atom 330, die bislang nur in Nettops zum Einsatz kam; und Nvidias Ion-Chipsatz verspricht HD-Video-Tauglichkeit.
Der 330 nimmt eine Ausnahmestellung unter den Atom-Prozessoren ein, denn Intel setzt ihn aus zwei Einzelkern-Atomen zusammen. Da beide HyperThreading beherrschen, meldet sich der Prozessor dem Betriebssystem gegenüber als QuadCore. Die Rechenwerke takten mit 1,6 GHz, weshalb Anwendungen, die nur einen Thread verwenden, exakt genauso langsam abgearbeitet werden wie auf dem weitverbreiteten Atom N270 mit gleicher Frequenz. Multi-Thread-Applikationen laufen zwar etwas schneller, doch von der Rechenleistung eines Core-2-Prozessors ist der Doppelkern-Atom weit entfernt.
Anders als der N270 ist der Atom 330 kein Mobil-, sondern ein Desktop-Prozessor; Intel sieht ihn eigentlich für kompakte Mini-ITX-Boards und Nettops vor. Er verbrät unter Last bis zu 8 Watt (N270: 2,5 Watt) und kann mangels SpeedStep weder Takt noch Versorgungsspannung bei geringer Rechenlast reduzieren – somit arbeitet er auch dann deutlich ineffizienter als die Netbook-Atoms. Auch der Ion-Chipsatz hat einen höheren Stromverbrauch als Intels weitverbreiteter Chipsatz 945GSE, stellt im Gegenzug aber einen HDMI-Ausgang bereit und ist schnell genug für HD-Videos.
Der Lüfter läuft wegen der höheren Leistungsaufnahme permanent und befördert die warme Abluft zwar leise, aber mit hörbarem Sirren aus dem Gehäuse. Im Akkubetrieb schluckt der Eee PC 1201N mit knapp dreizehn Watt doppelt so viel wie Standard-Netbooks; der 58-Wh-Akku hält maximal viereinhalb Stunden durch.