Notebooks

09.06.2008

Jürgen Rink

Stiften zum Sparpreis

Convertible Tablet PC ab 700 Euro


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Tablet PCs sind zu teuer, hieß es noch vor wenigen Wochen, bevor der Clevo TN120R Einzug in die Verkaufslisten verschiedener Händler hielt. In der günstigsten Konfiguration halbiert er sogar den bisherigen Einstiegspreis für Tablet PCs. Ob der Hersteller an den richtigen Stellen gespart hat, zeigt der Test des MySN TN120R von Distributor Schenker.

Vor allem die Funktionsvielfalt zeichnet Convertibles aus. Sie dienen einerseits als Notebook, andererseits mit gedrehtem und runtergeklapptem Display als Tablet PC für die Stifteingabe. Wegen der hohen Preise von 1500 bis weit über 3000 Euro führte diese interessante Geräteklasse bislang ein Nischendasein [1]. Ob der Clevo TN120R für den Einstiegspreis ab 700 Euro aus der Exotenecke herauskommt, hängt davon ab, wie er sich im vielseitigen Einsatz bewährt. Interessant genug ist das Gerät, denn ein leistungsstarker 12-Zoll-Tablet-PC mit eingebautem DVD-Brenner hat auch bei den sehr viel teureren Konkurrenten Seltenheitswert.

Hierzulande verkaufen einige Distributoren und Händler den taiwanischen Tablet PC unter eigenem Namen. Bei Nexoc heißt er Osiris S621 und wird unter anderem von Notebooksbilliger.de ab 849 Euro vertrieben. Detail am Rand: Nexoc selbst listet den Tablet PC gar nicht. Chiligreen schlägt für den dort genannten Mobilitas CU MY im Konfigurationsmenü eine Version für 1169 Euro vor, liefert jedoch nur an Firmen oder Personen mit Gewerbeschein. Unser Testmodell stammt von Schenker und hört auf den Namen MySN TN120R. Im Webshop darf der Kunde zwischen zahlreichen Konfigurationen wählen. Die Preise beginnen bei 650 Euro (Celeron M 550, 1 GByte RAM, ohne OS, ohne WLAN), wir wählten ein Modell für 869 Euro mit Core 2 Duo T8100 (2,1 GHz), Windows Vista Home Premium, WLAN, Bluetooth, 120-GByte-Festplatte und 2 GByte RAM

Bildschirmrand und Gehäuseboden sind in schwarz gehalten, Tastaturseite und Außendeckel glänzen weiß. Die Kanten und Ecken sind abgerundet, der Deckel steht stabil auf der Drehachse. Insgesamt macht der Tablet PC einen soliden Eindruck, da knarzt nichts, der Deckel ist verwindungssteif.

Die Display-Oberfläche ist zwar leicht matt, aber das reicht nicht, um Spiegelungen zu verhindern. Weil die Helligkeit nicht über 126 bis 144 cd/m² je nach Panel-Stelle hinauskommt, stören die Spiegelbilder sehr und der Bildeindruck bleibt flau. Im Akkubetrieb bringt es das Panel gar nur auf 80 Prozent dieses Wertes – zu wenig für draußen und für helle Büros.

Einen Digitizer mit Spezialstift wie viele andere Konkurrenten hat der MySN TN120R nicht, sondern eine gewöhnliche Touchscreen-Schicht, die auf alles reagiert – mit der unangenehmen Folge, dass der Stift nur dann den gewünschten Klick ausführt, wenn die Hand nicht auf dem Panel ruht – ein sehr unnatürliches Schreib- und Zeichengefühl. Zudem passt sich die Strichdicke nicht dem Stiftdruck an. Die Kalibrierung des Touchscreens mit Vista-Tools funktioniert nicht, dafür muss ein eigenes Programm herhalten.

Viel Freude am Touchscreen hat der Anwender auch deshalb nicht, weil dessen Auflösung nicht zum Zeichnen reicht. Alle anderen uns bekannten Tablet PC haben eine Schicht mit einer wesentlich höheren Auflösung, als es der Display-Auflösung entspricht. Das ist Voraussetzung dafür, dass Schrift und Skizze nicht pixelig aussehen, sondern gemalt wie auf Papier. Beim MySN TN120R dagegen ist die Touchscreen-Schicht-Auflösung so gering, dass kleine Kreise zu Vier- bis Fünfecken mutieren und Schrift krakelig aussieht – unbrauchbar. Die geringe Auflösung verschlechtert auch das Ergebnis der an sich hervorragenden Handschrifterkennung in Windows Vista.

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