Gegenüber der Kombination aus Desktop-PC daheim und Notebook für unterwegs hat ein Alleskönner-Notebook, das die beiden ersetzt, einige Vorteile: Die Daten sind immer auf dem aktuellen Stand, ohne dass man ständig verschiedene Datei-Versionen miteinander in Einklang bringen muss. Anwendungen müssen nur einmal installiert, angepasst und aktualisiert werden – und falls es sich um Einzellizenzen handelt, müssen sie auch nur einmal gekauft werden.
Dass ein Notebook auch Platz auf dem Schreibtisch schafft, ist allerdings eher Wunschdenken: Flachbildschirm, kabellose Tastatur und Maus nehmen weniger Raum ein als der Klapprechner. Zudem verschwinden die Kabel beim PC mit ihm zusammen unterm Schreibtisch und stören somit nicht auf der Arbeitsplatte, wie das etwa bei einem großen Peripheriepark aus externer Festplatte, externem Brenner und Scanner am Notebook der Fall ist. Der Platzvorteil des Mobilrechners liegt woanders: Man kann ihn zusammenklappen und in den Schrank legen. Geht es um die Rechenleistung, gelten für PC und Notebook dieselben Kriterien: Die wenigsten Anwender brauchen einen PC mit der höchsten verfügbaren Rechenleistung, sondern lediglich einen, der die eigenen Bedürfnisse erfüllt. Etwas schwerer fällt aber die Auswahl der Bauform: Beim Desktop-PC muss man sich nur zwischen den Varianten Mini-Barebone, Mini-/Midi-Tower und Big-Tower entscheiden, beim Notebook reicht das Angebot vom 1-kg-Subnotebook bis zum 5-kg-Schwergewicht mit 17-Zoll-Display.
Es gibt durchaus die Möglichkeit, sowohl Notebook als auch PC zu nutzen und dabei die Nachteile zweier Rechner zu umgehen, indem man per Remote Access mit dem einen auf den anderen zugreift. Wer mit dem Notebook in WLAN-Reichweite seines Desktop-PC arbeitet oder ständig LAN-Zugang hat, der hat seinen Desktop-PC immer zur Hand. Auch andersherum kann man mit einem auf Spiele oder Wohnzimmeraufgaben spezialisierten PC sein Notebook fernsteuern, sodass eine Arbeitsumgebung reicht. Windows XP Professionell hat das mit Remotedesktop bereits eingebaut ([1]).
Wenn aber das Notebook der einzige Rechner sein soll, dann muss man zunächst über die verschiedenen Einsatzorte nachdenken. Oft ergeben sich allein daraus schon Hinweise, welcher Mobilrechner in Frage kommt: Wer den Rechner auch im Garten oder auf dem Balkon nutzt, will mehrere Stunden Akkulaufzeit und vielleicht einen guten WLAN-Empfang; das Gewicht ist zweitrangig. Vorwiegend als Schreibtisch-Notebook genutzt, darf die Laufzeit dagegen kurz ausfallen. Beim Laptop-Lounging auf dem Sofa soll der Blickbereich des Displays groß sein und die Geräteunterseite darf sich nicht unangenehm aufheizen. Unterwegs mit geschulterter Tasche gilt es dagegen, den Kompromiss aus geringem Gewicht, langer Laufzeit und akzeptablem Preis zu finden. Da es aber das leise 1-kg-Notebook mit 12 Stunden Laufzeit und Top-Rechen- und Grafikleistung für unter 1000 Euro auch in den nächsten Jahren nicht geben wird, besteht das Ziel darin, den besten Kompromiss zu finden.
Die Ergonomie ist ein besonderer Knackpunkt: Schon bei einem Notebook mit gängiger Gehäusedicke empfindet man die Handhaltung beim Tippen unnatürlich im Vergleich zur PC-Tastatur. Auch die Körperhaltung ist nicht gerade der Gesundheit förderlich, wenn man lange nach unten aufs Display schaut. Nach langem Arbeiten mit Touchpad und Trackpoint-Knubbel machen sich schon mal die Sehnen unangenehm bemerkbar. Auch der zu geringe Abstand von eingebauter Tastatur zu Anzeige widerspricht den Lehren der Ergonomie. Bei stundenlangem Arbeiten sollte man daher externe Eingabemöglichkeiten und einen Monitor erwägen.
Trotz aller Typenvielfalt gibt es eine Grundausstattung, die man auch bei preiswerten Geräten verlangen muss. Beim optischen Laufwerk ist ein 8X-DVD-Brenner Stand der Technik. Bei Anschlüssen führt an mindestens zwei USB-2.0-Ports kein Weg vorbei; FireWire vierpolig ohne eigene Stromversorgung haben fast alle Notebooks.
Da die VGA-Signalqualität bei Notebooks oft schlecht ist, sollte man auf einem externen Monitor sicherstellen, dass die Bilder nicht verschwommen und unsauber aussehen. Obwohl die Notebook-VGA-Ausgänge sehr oft ein matschiges Bild liefern, sind Grafiksysteme mit Digitalausgang (DVI), die prinzipiell für gute Bilder sorgen und das Problem perfekt abstellen würden, eher selten in Notebooks anzutreffen.
WLAN-Drahtlosfunk nach IEEE 802.11g gehört in jedes Notebook, Bluetooth haben nicht alle. Die Festplatte fasst 60 bis 120 GByte an Daten. Einige wenige Mobilrechner mit 17-Zoll- Notebooks integrieren zwei Festplatten, aber auch dann liegt der Speicherplatz noch weit unter dem, was PC-Kisten unterbringen: Die größten Festplatten fassen dort bereits 500 GByte und die PC-Gehäuse oft vier Platten oder mehr.