Handy auf Draht
Datenkabel selbst bauen
Rudolf Opitz - 17.06.2002
Für die bequeme Bearbeitung der im Handy gespeicherten Daten gibt es eine große Auswahl von PC-Programmen, die jedoch ein oft teures Adapterkabel erfordern. Mit etwas Geschick kann man es für viele Modelle aus preiswerten Bauteilen auch selbst bauen.
Die meisten datenfähigen Handys haben eine gewöhnliche serielle Schnittstelle (RS-232), jedoch mit abweichenden Signalpegeln. Zum Anschluss an den PC ist daher lediglich ein Pegelwandler erforderlich - und ein passender Stecker. Hier gibt es leider keinen einheitlichen Standard; die Stecker unterscheiden sich nicht nur von Hersteller zu Hersteller, sondern teilweise von Modell zu Modell. Im Internet wird man zwar fündig, doch kommt zum Steckerpreis von etwa fünf bis acht Euro noch der Versand und ein Mindermengenaufschlag, wenns nur ein Stück sein soll.
Als Alternative bieten sich günstige Headsets vom Wühltisch an, wobei man darauf achten sollte, dass die Stecker nicht vergossen und alle Kontakte bestückt sind. Brauchbare Adapter für den Anschluss eines Standard-Headset mit Klinkenstecker bietet beispielsweise Hama für rund sieben Euro an. Bei unseren Testmustern für Nokia- und Siemens-Handys ließen sich die freien Pins ohne weiteres für das Datenkabel nutzen. Beim Siemens-Modell verlangten die geringen Abstände der Kontakte auf der Lötseite jedoch einen feinen Lötkolben und eine ruhige Hand.
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Reicht die Spannung vom RS-232-Port für den Spannungsregler nicht aus, ersetzt man ihn durch eine Z-Diode (gestrichelter Rahmen).
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Um den eigentlichen Pegelwandler so einfach wie möglich zu halten, kommt der integrierte RS-232-Umsetzer MAX232 von Maxim zum Einsatz, den es auch von anderen Herstellern gibt, etwa unter der Bezeichnung HIN232 von Intersil. Das IC wandelt die seriellen Signale von RS-232 (±3 bis 15 V) in den TTL-Pegel von 0 bis 5 V um und umgekehrt. Als Versorgungsspannung benötigt der Chip nur 5 V, die für die RS-232-Seite benötigten Spannungen erzeugt das IC selbst. Die Betriebsspannung liefert am einfachsten die RS-232-Schnittstelle. Ein kleiner Spannungsregler vom Typ 78L05 reicht zur Stabilisierung aus, ein 7805 aus der Grabbelkiste tut es aber auch. Die Ausgangspegel mancher RS-232-Ports erreichen - meist in Notebooks - jedoch nicht den zur Stabilisierung nötigen Spannungsunterschied, sodass die Versorgungsspannung für das Umsetzer-IC zu klein ist. Notfalls kann man statt des Spannungsreglers auch eine 5,1-Volt-Zenerdiode mit Vorwiderstand einsetzen.
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Steckerbelegung für Nokia-Handys von der Lötseite gesehen: Der M-Bus wird mit dem Dateneingang des F-Bus verbunden.
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Auf Seite des Mobiltelefons schützt eine Schottky-Diode den an 3 V gewöhnten Eingang der Handyschnittstelle. Ausgangsseitig sollte es keine Probleme geben, da ein 3-Volt-Pegel vom TTL-Eingang noch als logische Eins verstanden wird. Nokia-Handys der Serien 51xx, 61xx, 71xx und 62xx besitzen gleich zwei serielle Ports, den F-Bus und den M-Bus. Letzterer überträgt maximal 9,6 kBit/s und nutzt für beide Übertragungsrichtungen nur eine Leitung. Der F-Bus erreicht dagegen Bitraten von 115,2 KBit/s ohne Schwierigkeiten und wird von allen Verwaltungsprogrammen für Nokia-Handys benutzt. Bei
reinen F-Bus-Kabeln verbindet man handyseitig den Eingang (Pin 7) mit dem M-Bus (Pin 6), da dieser einen internen Pullup-Widerstand besitzt.
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Steckerbelegung für Siemens-Handys: Ein Widerstand sorgt für einen definierten Pegel am Dateneingang.
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Die Schnittstellen der Siemens-Modelle S25,C35, M35, S35, SL42, S45 und SL45 benötigen dagegen einen externen Pullup-Widerstand für den Eingang (Pin 6), der mit der Batteriespannung des Handys (Pin 4) verbunden wird. Zum Testen benutzt man am besten eine zum Handy passende Software, wie PC-Suite oder Fone-Sync von
Nokia oder den
Handy-Manager von Wolfgang Back.