Deutlich genauer gehts mit GPS. Geräte, die ihre Position munter in die Welt funken, gibt es schon länger. Klassisch dienen sie dem Management von Taxiflotten und Speditionsfuhrparks, der Sicherung von Wachleuten und der Überwachung von Pflegepersonal auf Hausbesuchstour. In den USA kommen ähnliche Systeme als elektronische Fußfessel für Straftäter im Hausarrest zum Einsatz; Baden-Württemberg plant Ähnliches für einen Modellversuch. Forscher der Universität Amsterdam schnallen Möwen weniger als 20 Gramm schwere Positionssender auf den Rücken, um zu untersuchen, wie sich ihr Flugverhalten je nach Wetter und Landschaft ändert.
Neuerdings sind Ortungsgeräte von der Stange zu Preisen im Handel, die sie auch für Privatleute, Sportvereine und kleine Unternehmen interessant machen. So bietet beispielsweise die Firma Mecomo unter dem Namen Track für rund 400 Euro ein Komplettpaket aus Hardware, Mobilfunkkarte, Datentarif und Web-Frontend an. Den Kern bildet das GPS-Modul Telic Picotrack [6], das etwa so groß wie zwei Streichholzschachteln ist, knapp 50 Gramm wiegt und sich außer aus dem eingebauten Akku auch über die Batterie eines Autos speisen und fest mit dessen Zündung koppeln lässt. Per GSM und GPRS überträgt es laufend GPS-Positionsdaten; besteht keine Mobilfunkverbindung, speichert es laut Hersteller bis zu 1000 Positionen und sendet sie bei nächster Gelegenheit.
Ab Werk ist das Gerät so konfiguriert, dass es bei Geschwindigkeiten unter zehn Kilometern pro Stunde alle 15 Sekunden eine Position überträgt. Bewegt man es schneller, meldet es sich bei jeder Richtungsänderung von 30 Grad oder mehr, spätestens aber nach fünf Kilometern. Das reduziert etwa auf langen Autobahnfahrten die Zahl der übertragenen Positionen beträchtlich. Ändert sich die Position eine Minute lang nicht, fällt das Gerät in einen Schlafmodus, aus dem es ein Beschleunigungssensor wieder aufweckt.
Die übertragenen Daten werden auf den Servern von Mecomo gespeichert und sind dort über ein passwortgeschütztes Web-Interface zugänglich. Es zeigt die Positionen von bis zu sieben Tagen am Stück wahlweise auf Luftbildern oder Karten an – der Anwender darf zwischen Google Maps und Microsoft Virtual Earth wählen – und exportiert sie als Excel-Tabelle. Die GPS-Dateiformate GPX oder KML stehen leider derzeit nicht zur Verfügung, letzteres ist in Vorbereitung.
Wirklich "all inclusive", wie die Firma ihr Produkt in der Pressemitteilung bewirbt, ist das Paket allerdings nicht. Im Anschaffungspreis ist nur die Nutzungsgebühr für ein Jahr enthalten, für jedes weitere werden erneut rund 120 Euro fällig. Die Prepaid-SIM-Karte enthält 100 MByte Transfervolumen für die Kommunikation zwischen GPS-Modul und Server; jedes weitere MByte kostet 24 Cent. Auf Nachfrage teilte Mecomo mit, dass jede Positionsnachricht etwa 360 Byte belegt. Demnach reicht das Transfervolumen für rund 278.000 Meldungen. In der Praxis kann man dafür etwa 50 Tage rund um die Uhr zu Fuß unterwegs sein oder mit dem Auto Zehn- bis Hunderttausende Kilometern zurücklegen, je nach Kurvenreichtum der Strecke.
Allerdings beschränkt Mecomo auch noch die Zahl der kostenlosen Kartenabfragen pro Jahr auf 5400. Zwar bleibt eine einmal im Web-Interface aufgerufene Kartenkachel laut Anbieter bis zu acht Stunden lang ohne Neuabfrage erhalten. Schaltet man die Darstellung hingegen auf "zyklisch", wird beispielsweise im Minutentakt die Karte neu geladen, der Zähler gerät dann schon nach knapp vier Tagen in den roten Bereich. 1500 zusätzliche Abfragen kosten 20 Euro.