Zur Anzeige der Augmented Reality stehen See-Through Displays und Video Augmentation zur Wahl. Head-Mounted Displays setzen auf die erste Variante: Der Nutzer betrachtet die reale Welt durch eine transparente Scheibe, auf die alle virtuellen Objekte projiziert werden. Fällt das AR-System aus, kann sich der Träger immer noch problemlos im realen Raum orientieren. Die Nachteile des Ansatzes: Prinzipbedingt scheint durch die eingeblendeten Objekte stets ein Rest Realität durch; bei starkem Gegenlicht verblasst die Scheinwelt komplett. Bewegt man den Körper, zuckeln die eingeblendeten Elemente etwas hinter der realen Umgebung her.
Bei der unter anderem in Smartphones umgesetzten Video Augmentation fällt letzteres Problem weniger ins Gewicht. Hier konzentriert sich die Wahrnehmung des Nutzers ganz auf das undurchsichtige Display, das die Live-Bilder der Kamera zeigt. Die Augmented Reality wird nicht eingespiegelt, sondern direkt in die Videobilder hineingerechnet. Schnelle Schwenks offenbaren jedoch Verzögerungen in der Anzeige. Zudem nimmt die Kamera die Realität stets etwas anders wahr als das Auge.
Das AR-Projekt iTACITUS fügt in die Wände der Diana-Halle längst verblichene Fresken wieder ein. Anklickbare Hotspots vermitteln zusätzliches Wissen.
Bild: Fraunhofer IGD
Das Invizimals-Spiel zeigt, wie man von der Video Augmentation erzwungenen Bruch bewusst nutzen kann – indem man das AR-System zur Zauberlinse umdeutet. Auf ähnlichem Weg erweitert das Projekt iTACITUS in der Reggia Venaria Reale in Turin und im britischen Winchester Castle den Blick auf die Kulturschätze. Da von den verblichenen Fresken der Diana-Halle nur Schwarzweißfotos existieren, zeigt die Video Augmentation auch die live aufgenommene Umgebung ohne Farben.