Bisweilen wird der Trick propagiert, Module ohne Software unter Windows durch Patchen der inf-Datei eines Fremdtreibers zum Funken zu bekommen. Das mag bei Karten mit gleichem Chipsatz manchmal klappen, kann aber nicht als Allheilmittel durchgehen. Zwar konnten wir ein Prism-GT-Modul von Eazix so mit dem Treiber einer Netgear-PC-Card WG511 zur Zusammenarbeit bewegen. Aber damit kam keine dauerhaft stabile Verbindung zu Stande, sodass wir dieses Vorgehen nur experimentierfreudigen Nachbauern empfehlen können.
Für einen Benchmark zum Überprüfen des Prinzips reichte es allerdings: Unser Testprogramm netio meldete nach dem Umbau einen um rund 22 Prozent höheren Durchsatz (1453 KByte/s) gegenüber der PC-Card WG511 (1186 KByte/s), beide über die gleiche Strecke gegen einen Lancom-Access-Point L54ag gemessen. Die Verbesserung dürfte größtenteils an der günstigeren Antennensituation liegen (Einbau im Deckel).
Will man ein Modul mit der Chipsatz-Familie Prism GT unter Linux einsetzen, dann ist vorher ein genauer Blick auf den bestückten Chipsatz fällig: Der Open-Source-Treiber prism54 funktioniert derzeit nur mit den Chips ISL3880 (Prism Frisbee) und 3890 (Prism GT/Duette), den Typ 3886 (Prism Javelin/Xbow) kann er mangels Firmware-Image nicht ansteuern.
Um herauszufinden, wie es mit der Mini-PCI-Kompatibilität auf der Hardware-Ebene bestellt ist, bestückten wir schließlich vier nicht mehr brandneue Notebooks (Acer Travelmate 800LCi, Asus L2400D, Dell Inspiron 8200 und Yakumo 8375) mit fünf Mini-PCI-Modulen (zwei mit verschiedenen Atheros-Chipsätzen, zwei mit Prism-GT-Varianten und ein Centrino 2200BG). In allen Fällen erkannte die von CD startetende Linux-Version Knoppix 3.6 die Karte korrekt. Ist ein Mini-PCI-Slot vorhanden, sind deshalb die Aussichten gut, darin ein WLAN-Modul zum Funken zu bekommen.
Zum Selbsteinbau von Mini-PCI-Karten gehen die Meinungen der Notebook-Hersteller weit auseinander. Dell und Asus sehen keine grundsätzlichen Probleme beim Einbau, Asus verweist aber darauf, dass das Notebook dann keine CE-Zulassung mehr hat. Fujitsu-Siemens wird deutlicher und sieht gar ein rechtliches Problem: Nur Speicher, Festplatte und CPU dürften ohne Verlust des CE-Zeichens getauscht werden. Das sollte man jedoch nicht überbewerten, denn jedem selbst zusammengebauten PC fehlt die CE-Zulassung – selbst wenn die einzelnen Komponenten eine solche haben.
Fein raus sind Besitzer von Dell-Latitude-Notebooks, die ihr Gerät nach dem Oktober 2000 gekauft haben: Alle Latitude-Modelle haben seitdem Antennen eingebaut, und Dell sieht keine grundsätzlichen Bedenken, die gegen einen Einbau von WLAN-Mini-PCI-Karten sprechen.
Ersetzt man in IBMs Notebook T42p das vorhandene Centrino-Modul von Philips durch ein Intel-Original, bootet der Rechner nicht mehr. Anscheinend blockiert das BIOS den Einsatz von Fremdprodukten.
Soll in einem Notebook der großen Marken wie HP, IBM, Sony oder Toshiba das Funknetz nachgerüstet, aufgerüstet oder ein defektes Modul ersetzt werden, dann muss man beim Hersteller die passende Ersatzteilnummer erfragen oder auf der Website erstöbern und genau dieses Modul ordern. Oft findet man dabei den Hinweis, dass der Einbau nur durch den autorisierten Service erfolgen darf. Laut Toshiba kann es beim Einbau von Fremdmodulen zu Problemen kommen. Ob und welche Modelle betroffen sind, teilte Toshiba nicht mit. Generell scheint es Schwierigkeiten zu geben, wenn ein TCPA-Chip im Notebook steckt, wie in einigen IBM- und HP-Modellen, denn dann akzeptiert das System die WLAN-Karte meist nicht. Beispielsweise verhindert IBM durch eine BIOS-Abfrage, dass man beliebige Mini-PCI-Karten einsetzt, selbst wenn es sich um ein Original-Centrino-Modul von Intel handelt. Der Amerikaner Matthew Garrett stellt unter www.srcf.ucam.org/~mjg59/thinkpad/wireless.html Informationen zur Überlistung dieser Restriktionen bei verschiedenen IBM-Notebooks zur Verfügung.