Aktuelle Handys und Smartphones zeichnen Videos in ansehnlicher Qualität auf. Mit den richtigen Tools und Diensten können Sie Ihre Kurzfilme im Handumdrehen mit der ganzen Welt teilen – bei einigen Geräten sogar als Live-Stream.
Der große Tag ist gekommen. Familie und Freunde sind aus allen Ecken des Landes angereist, die Musik beginnt zu spielen und Oma kämpft mit den Tränen. Das Hochzeitspaar betritt die Kirche und Papa flucht – just in diesem Moment versagt der Akku seiner Videokamera. Während Papa hektisch in seiner Umhängetasche wühlt und sich das Brautpaar dem Altar nähert, zückt Onkel Günther spontan sein Handy und filmt die bewegende Zeremonie. Bevor die Glocken verstummt sind, hat er das Video auch schon ins Netz gestellt und allen Anwesenden den Link gemailt. Noch vor kurzem hätte auch Onkel Günther beim Betrachten der Aufzeichnung oder spätestens beim Öffnen der Telefonrechnung zu fluchen begonnen. Doch er nennt ein aktuelles Smartphone sein Eigen, das Videos in guter Qualität aufzeichnet und den Upload auf die beliebtesten Web-2.0-Angebote wie YouTube, Facebook, Flickr und Co. zum Kinderspiel macht. Auch mobile Daten-Flatrates sind im Preis gefallen und längst nicht mehr Privileg zahlungskräftiger Business-Kunden.
Vorher/Nachher-Show: Von der ursprünglich guten VGA-Qualität (hier ein Ausschnitt aus einem iPhone-Video) ...
... lässt das iPhone 3GS beim YouTube-Upload nicht viel übrig.
Spitzenreiter unter den Kamerahandys ist derzeit das Samsung i8910 HD, das Videos in HD-Auflösung (720p, 1280 × 720) aufzeichnet. Andere Multimedia-Boliden wie das iPhone 3GS liefern oft noch VGA-Videos (640 × 480), die den meisten YouTube-Clips qualitativ überlegen sind – die Standardauflösung beträgt hier 480 × 360. Mit einem Fingerzeig lädt das 3GS die lokal gespeicherten Augenschmeichler bei YouTube hoch, doch von der ursprünglich guten Qualität kommt dort nicht mehr viel an: Die VGA-Clips werden vor dem Hochladen zwangsskaliert (auf 480 × 360) und -kodiert, worunter die Bildqualität sichtbar leidet. Dies verringert zwar die Dateigröße und somit auch die Übertragungszeit, doch im WLAN, am öffentlichen Hotspot oder mit einer HSPA-Flatrate ausgestattet, hätte man zumindest gerne eine Wahl. Dies betrifft auch den Mailversand; als Video-MMS werden die Kurzfilme standardkonform ins Briefmarkenformat gequetscht.