Neustart
Gegenwärtig versuchen mehrere Unternehmen, das Internet wieder ins Flugzeug zu bringen. Ein weit fortgeschrittener Anbieter ist das amerikanische Unternehmen Aircell. Statt wie Boeing teure Satellitentechnik zu verwenden, setzt Aircell auf modifizierte Mobilfunk-Basisstationen, um die Flugzeuge mit dem Boden zu verbinden. Aircell nutzt dazu in den USA ein 3 MHz breites, im Juni 2006 ersteigertes Funkband. Das System ist für die Airlines deutlich günstiger in Anschaffung und Unterhalt, hat aber auch einen bedeutenden Nachteil: Gogo Inflight Internet ist auf flächendeckende Funkversorgung durch Sendemasten angewiesen, und so ist es momentan nur in den USA verfügbar.
Herzstück von Panasonics GCS ist ein etwa schuhkartongroßer Controller, der die Verbindungen zwischen Satellit und den Onboard-Access-Points herstellt.
Bild: Lufthansa Technik AG
Doch auch für Interkontinentalflüge startet jetzt eine Lösung: Die Panasonic Avionics Cooperation kündigte – abermals mit der Lufthansa als erstem Partner – im Oktober 2009 ihre Global Communications Suite (GCS) an. Schon ab Sommer 2010 soll das System in die ersten Lufthansa-Airbusse eingebaut werden. GCS ermöglicht auch Live-TV und Handytelefonate, doch wird sich die Lufthansa bei ihrem abermals FlyNet getauften Dienst anfangs wohl auf den Internetzugang beschränken.
Ein großer Teil der Mobilfunktechnik stammt dabei von AeroMobile, einem Gemeinschaftsunternehmen des amerikanischen Avioniksystemherstellers Arinc und des norwegischen Mobilfunkanbieters Telenor. Das AeroMobile-System wird seit März 2008 unter anderem bei Malaysia Airlines, Qantas Airways und Emirates eingesetzt.
Ferner bieten zwei weitere Unternehmen satellitengestützte Systeme an: Row44 wurde 2004 gegründet und operiert momentan vor allem im amerikanischen Raum. OnAir gibt es seit 2005. Die Firma bedient überwiegend Kunden in Europa, Asien und im Mittleren Osten. Obwohl beide Unternehmen starteten, als Connexion noch existierte, haben sie doch frühzeitig aus Boeings Fehlern gelernt. Ihre Hardware ist sowohl leichter als auch einfacher zu installieren. Große Verbreitung kann allerdings noch keines der beiden Systeme aufweisen. OnAir wird unter anderem bei British Airways, TAP Portugal, Ryanair, Air Asia oder Oman Air eingesetzt, befindet sich aber bei den meisten Gesellschaften noch in der Erprobungsphase oder wird nur auf wenigen Routen eingesetzt. Anfang 2009 erprobten Southwest Airlines und Alaska Airlines das Row44-System. Im April 2009 schloss sich Norwegian Air Shuttle an. 2010 sollen nach und nach alle Maschinen der Southwest Airlines mit dem System ausgerüstet werden.
