Die Rechenleistung mit Penryn-Doppelkernprozessor liegt erwartungsgemäß hoch, deutlich höher als die der meisten anderen Tablets dieser Größe mit ihren schwachbrüstigen LV- und ULV-CPUs. Dazu kommt eine äußerst flotte 120-GByte-Festplatte. Detailreiche Spiele haben wegen der Chipsatzgrafik X3100 auf diesem Rechner nichts zu suchen. Der Lüfter läuft schon bei moderater Rechenlast an, zwar nicht sehr laut, aber in ruhiger Umgebung deutlich hörbar.
Ein solch handlicher Tablet PC könnte fernab vom Schreibtisch als Lese- und Surf-Gerät dienen oder mit dem Tablet PC in der Hand als digitaler Notizzettel. Das gelingt diesem Modell aber nur angebunden ans Netzteil und an die Steckdose, denn der kleine Akku hält ohne Rechenlast nur 2,3 Stunden durch, beim Abspielen einer Video-DVD gar nur 1,4 Stunden. Einen Hochkapazitätsakku mit 65 Wh für mehr als vier Stunden Laufzeit vertreibt Schenker seit kurzem. Er kostet 40 Euro Aufpreis oder als Zubehör 95 Euro. Dieser Akku ragt über die gesamte Gehäusebreite hinaus, 1 cm nach hinten und 2,5 cm nach unten. Dadurch steht das Gerät ungewöhnlich schräg.
Mit drei USB-Ports, FireWire, Audio, VGA-Anschluss, Modem und LAN ist der Tablet PC gut bestückt. Auch SPDIF hat er, obwohl das Handbuch darüber schweigt. Die WLAN-Datenraten liegen auf überdurchschnittlichem Niveau, besonders bei einer Verbindung mit unserem Access Point mit Draft-N-Marvell-Chip. Die Lautsprecher klingen wenig blechern, zwar ohne Bässe, aber noch vergleichsweise gut. Das interne Mikrofon legt starkes Rauschen unter die Aufnahme, die Webcam im Display-Rand liefert akzeptable Bilder. Die Tasten sind deutlich kleiner als vom PC-Keyboard gewohnt, aber gerade noch groß genug für Mehrfingerschreiber. Der deutliche Druckpunkt erleichtert die Umgewöhnung.
Ausgerechnet in seiner Spezialdisziplin Stiftbedienung patzt der Schenker MySN TN120R. Die geringe Auflösung der Touchscreen-Schicht macht diesen Tablet PC nahezu unbrauchbar fürs Skizzieren und erschwert den Mitschrieb deutlich, auch deshalb, weil die Hand nicht das Display berühren darf. Für Formularanwendungen kommt er vielleicht in Frage. Dazu kommen die kurze Akkulaufzeit und das trüb wirkende Display. Diese Negativliste dürften einige Anwender schwerer gewichten als den günstigen Preis.
Schade, denn stabile, kompakte Tablet PCs mit integriertem DVD-Brenner und hoher Rechenleistung sind selten. Die wenigen 12-Zoll-Konkurrenten sind der Fujitsu Siemens Lifebook T4220 (ab 1500 Euro), Toshiba Portégé M700 (ab 2200 Euro) und HP Pavilion tx2140eg (950 Euro). Den anderen Tablet PCs im gleichen oder kleineren Format fehlt ein integriertes DVD-Laufwerk.
Wer angesichts der Schwächen des Clevo-Geräts einen anderen Tablet PC bevorzugt, muss abgesehen vom HP Pavilion tx2140eg schon für das nächstgünstigere Modell deutlich tiefer in die Tasche greifen. Das HP 2710p kostet mindestens 1500 Euro, das LG C1-P ab 1700 Euro, das Lenovo Thinkpad X61T ab 1600 Euro [1] – nach oben gibt es fast kein Limit. Wer einen für viele Lebenslagen brauchbaren Tablet PC will, muss also nach wie vor viel Geld ausgeben. (jr)
| [1] Jürgen Rink, Kunstfertig, Tablet PCs mit drehbarem Bildschirm und Tastatur, c't 5/08, S. 128 |
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