GPS&Navigation

Gute Karten

Die sechs Navi-Programme des Testfeldes bekommt man – wie beim iPhone üblich – ausschließlich im AppStore von Apple. Insofern kann man sich auch die Suche nach einem günstigeren Angebot sparen. Bei den Testkandidaten handelt es sich um fünf Programme mit lokal gespeichertem Kartenmaterial und eines namens Roadee, das Karten von OpenStreetmap bei jeder Routenberechnung nach Bedarf auf das iPhone lädt.


Das vorinstallierte Programm Google Maps berechnet Routen, bietet aber keine Sprachnavigation und muss Kartenmaterial ständig aus dem Internet nachladen. Vergrößern
OpenStreetmap-Karten werden ähnlich dem Wikipedia-Prinzip von Privatnutzern gepflegt und kostenlos zur Verfügung gestellt. Allerdings ist die Abdeckung Glückssache. Mögen manche Städte samt aller Feldwege und Pfade eingepflegt sein, so gibt es in einigen ländlichen Gebieten immer noch weiße Flecken. Dafür kostet die Anwendung aber auch nur 1,59 Euro.

Im Unterschied dazu machen die teuren Karten der kommerziellen Kartenanbieter Tele Atlas und Navteq den Löwenanteil des Preises für eine herkömmliche Navigationslösung aus. Dadurch kosten die übrigen Navi-Programme mit Europakarten mindestens 80 Euro. Dafür können die Kartenhersteller zumindest für Europa eine fast hundertprozentige Abdeckung garantieren – allerdings nur beim Straßennetz: Feld- und Wanderwege bleiben meist außen vor. Außerdem hat der Nutzer – anders als bei vielen Stand-alone-Geräten – keine Möglichkeit, die Karten selbst zu aktualisieren oder eine fehlerbereinigte Software zu installieren. Bislang enthält nur iGo MyWay 2009 ein Kartenabo, das zumindest bis 2010 aktuelle Karten garantiert. Die restlichen Programme des Testfeldes bieten keine Aktualisierung an. Momentan hat auch noch kein einziger Aspirant einen Staumelder, obwohl das über die Internet-Anbindung des iPhone leicht realisierbar scheint.

Testparcours

Eine Navi-Anwendung für Smartphones muss auch im Zusammenspiel mit dem Gerät überzeugen. Deshalb haben wir außer der eigentlichen Navigation auch getestet, wie sich die einzelnen Programme bei Anrufen und laufender iPod-Musik oder bei automatischer Displayabschaltung verhalten. Des Weiteren haben wir die Lautstärke der Navi-Stimme gemessen und das Verhalten bei widrigen Umständen wie Tunnels, nur zeitweise befahrbaren Straßen oder schnellen Abbiegefolgen beobachtet. Diese harten Bedingungen bringen selbst die Profis unter den Navi-Programmen ins Schwitzen.

Noch lässt das iPhone bestenfalls Musik im Hintergrund zu. Will der Beifahrer anrufen oder andere Anwendungen starten, führt das bei allen Kandidaten unweigerlich zum Programmabbruch.

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