Die im 3GPP-Release 8 eingeführten LTE-Netzwerke sind zurzeit in der Testphase, erste kommerzielle Netze könnte es bereits ab 2010 geben. Sie setzen weitere Frequenzbereiche mit höheren Bandbreiten und erhebliche Änderungen an den bestehenden Netzen voraus, versprechen aber deutlich höhere Übertragungsraten und Latenzzeiten unterhalb von 50 ms. Dazu kombiniert LTE Mehrantennen-Technik (MIMO) mit OFDM, einer Funktechnik, die auch bei Wimax oder DVB Verwendung findet. Außer neuen Basisstationen plant man eine Vereinfachung des Mobilfunk-Kernnetzes.
Einer der Vorteile von LTE sind flexible Bandbreiten. Je nach Nutzerdichte können sie zwischen 1,4 und 20 MHz betragen, letzere entspricht dem Vierfachen der üblichen UMTS-Bandbreite. Durch MIMO und OFDM soll LTE das vorhandene Spektrum besonders gut ausnutzen und pro Funkzelle etwa zehnmal soviel Teilnehmer wie UMTS versorgen können.
Dank kurzer Latenzen und verbessertem – und schnellerem – Service-Management (Quality of Service, QoS) rücken Echtzeit-Dienste wie VoIP, Videotelefonie und kombinierte Sprach- und Datenübertragung in den Vordergrund. Ein Handover (der unterbrechungsfreie Wechsel) und Roaming in vorhandene GSM- und UMTS-Netze gehören ebenfalls zum LTE-Funktionsumfang, erfordern aber Multimode-Endgeräte, die sowohl UMTS als auch LTE beherrschen.