Zwergenweb selbstgemacht
Mobilgerätefreundliche Webseiten gestalten und Handybrowser selbst testen
Herbert Braun - 05.05.2008
Neue Geräte und neue Datentarife machen die mobile Internetnutzung allmählich für die breite Masse attraktiv – Zeit also, den eigenen Webauftritt auf Verträglichkeit mit den Surfzwergen abzuklopfen. Beim Sammeln der nötigen Informationen hilft eine c't-Mobiltest-Suite.
Auch wenn verglichen mit allen Handybesitzern die mobilen Internetnutzer noch immer eine kleine Minderheit sind, so hat sich ihr Anteil laut einer Emnid-Studie doch gegenüber Anfang 2007 auf 13,7 Prozent mehr als verdreifacht [1]. Ein Blick mit dem Handheld auf den eigenen Webauftritt kann ziemlich ernüchternd ausfallen – während Frames, Layouttabellen, große Bilder und eine verzweigte Navigation auf dem 19-Zoll-Bildschirm mit schneller und billiger Internetverbindung noch handzuhaben sind, zeichnet sich auf dem Handy ein undurchsichtiges Gedränge ab, das sich niemand freiwillig antun will.
Bevor die erste Zeile Code geschrieben wird, muss sich der Webmaster im Klaren sein, ob er einen bestehenden Auftritt anpassen will oder eine parallele Site pflegen will. Eine strittige Frage: Die Mobile Web Initiative des World Wide Web Consortium (W3C MWI) plädiert in ihren "Best Practices" (die Adresse ist zusammen mit vielen anderen Quellen und Werkzeugen im Kasten auf der nächsten Seite verzeichnet) ganz im Sinne des W3C-Credos "One Web" für den kleinsten gemeinsamen Nenner zwischen Mobil- und Webbrowser. Die Chancen dafür stehen nicht schlecht, denn aktuelle Handybrowser beherrschen zumindest wichtige Teile von XHTML und CSS.
Dagegen verwahrt sich jedoch einer der bekanntesten Experten auf dem Gebiet, Luca Passani, in seinem Ratgeber "Global Authoring Practices for the Mobile Web" (GAP): Seiner Meinung nach sind die Unterschiede in den Geräten und Benutzeranforderungen zu groß, vehement tritt er für eine Adaption der Inhalte ein. In der Praxis haben sicher beide Ansätze ihre Berechtigung – es hängt von Budget, Reichweite und Komplexität der Site ab, welcher Weg hier angemessen ist. Mit Browserweichen und ähnlichen Tricks lassen sich die Härten eines Webauftritts für Mobilbrowser mildern.
