Flatrates für den mobilen Internetzugang gibt es schon ab 20 Euro pro Monat, doch gelten sie nur für Deutschland. Beim Surfen über die Handynetze im Auslandsurlaub und sogar in Grenznähe verwandeln sich die sonst günstigen Angebote schnell in Kostenfallen.
Wer mit dem Handy oder dem Notebook ins Internet will, findet mittlerweile bei allen Anbietern eine große Auswahl an Surftarifen und Optionen, die man zu einem bestehenden Handytarif hinzubuchen kann. Doch gilt es bei der Suche nach einem passenden Angebot, genau auf Konditionen und die meist zahlreichen Fußnoten zu achten, denn die Offerten unterscheiden sich in puncto Geschwindigkeit, Umfang und Freiheit in der Wahl der Internet-Dienste erheblich.
Zunächst sollte man das passende Funknetz wählen: Hochgeschwindigkeits-Verbindungen über den UMTS-Turbo HSDPA, der je nach Netzausbau 3,6 und an manchen Standorten sogar 7,2 MBit/s brutto an das Mobilgerät sendet, stellen die Netze von O2, T-Mobile und Vodafone bereit; bei E-Plus muss man sich jedoch mit Standard-UMTS (maximal 384 kBit/s) begnügen. Ist kein UMTS-Netz in Reichweite, nutzen alle Endgeräte das GSM-Netz, das mit dem Datendienst EDGE noch surftaugliche 200 bis 300 kBit/s liefert. O2 und Vodafone bieten EDGE nur in einigen Bereichen ohne UMTS-Netz an, E-Plus baut seine Netze damit gerade erst aus. Nur T-Mobile punktet mit nahezu flächendeckender Versorgung.
Schwierig wird die Tarifauswahl durch das zunehmend unübersichtliche Angebot. Vor allem die Netzbetreiber T-Mobile und Vodafone koppeln Internetdienste mit Sprachtarifen und schneidern – zum Teil sehr teure – Pakete auf beliebte Surfhandys wie das iPhone oder die Android-Telefone zu. Dabei begrenzen sie die Datennutzung üblicherweise auf die jeweiligen Geräte und verbieten sogar den Einsatz als Funkmodem am Notebook.
Andere Flatrate-Tarife gelten nur für bestimmte Zugangspunkte (APN, Access Point Name), die ausschließlich HTML über Port 80 und den Zugang auf das – meist mäßige – Portal des Providers gestatten. So umfassen etwa viele Vodafone-Angebote nur Flatrates über den für viele Internet-Dienste nutzlosen APN „wap.vodafone.de“. Surft man über „web.vodafone.de“, der vollen Internetzugang bietet, wird es mit 20 Cent pro 10-KByte-Block extrem teuer. Wer nur mit dem Handy surfen möchte, kann hier zugreifen, doch zeitgemäß sind solche – oft als Internet-Flatrate gepriesenen – Mogelpackungen nicht.
Der Tarif- und Optionen-Dschungel nimmt ständig zu, daher zeigt unsere Tariftabelle nur eine Auswahl. Bei den angegebenen Preisen haben wir die zahlreichen zeitlich begrenzten Rabattaktionen nicht berücksichtigt, mit denen sich bei Anschlussgebühren und monatlichen Grundpreisen der eine oder andere Euro sparen lässt. Auch Verträge mit gesponserten Endgeräten bleiben außen vor. Nur O2 macht beim Kunden-Verwirrspiel der anderen Anbieter nicht mehr mit und hat sein Tarifangebot stark vereinfacht. Die nunmehr drei Telefontarife lassen sich mit drei Datenangeboten kombinieren, sodass man sich ohne großes Studium von Optionen und Fußnoten sein Wunschpaket zusammenstellen kann.
Wer zu seinem Handy-Vertrag eine separate SIM-Karte zum Surfen per UMTS-Notebook oder USB-Stick benötigt, bekommt von vielen Anbietern eine Zweitkarte mit denselben Daten wie die in seinem Telefon für einen einmaligen Obolus. Preiswerter sind Prepaid-Karten vom Discounter. Das Angebot reicht von Tages-Flatrates für 2 Euro bis zu Monats-Flatrates für 15 Euro (Aldi Talk). Wie die Angebote der Netzbetreiber werden auch diese ab einem übertragenen Maximalvolumen bis zu 5 GByte pro Monat auf ISDN-Niveau gedrosselt.