Das erste Android-Smartphone mit der Betriebssystem-Version 2.0 stammt von Motorola. Der angeschlagene US-Hersteller setzt alle Hoffnungen auf das schicke Gerät, das in den USA unter dem Namen Droid auf dem Markt ist.
Das Milestone gehört zu den wenigen Android-Smartphones mit ausschiebbarer Tastatur, meistens bedient man es jedoch über den großen kapazitiven Touchscreen, der erstmals auf einem Android-Gerät eine Auflösung von 854 × 480 Pixel auf einer Diagonale von 3,7 Zoll unterbringt. Er ist hell und kontrastreich und lässt sich auch im Sonnenlicht gut ablesen. Die hohe Auflösung bringt vor allem eine feinere Darstellung in Browser und Kartendarstellungen, nicht aber mehr Informationen. Die üblichen vier Bedientasten unter dem Display hat Motorola unter das Display-Glas verbannt – sie geben durch Vibration eine taktile Rückmeldung.
Die Tasten der vierreihigen Tastatur sitzen nahe beieinander und sind durch die flache Bauform mit den Fingern kaum zu ertasten. Sie liegen nicht versetzt übereinander. Rechts daneben hat Motorola ein Steuerkreuz eingebaut. Der Schiebe-Mechanismus ist recht schwergängig und macht einen soliden Eindruck. Die Tastatur trägt zum Gewicht von knapp 170 Gramm bei; insgesamt wirkt das Milestone recht kantig, liegt aber gut in der Hand.
Mit Quadband-GSM und HSPA-Modem kann man fast weltweit telefonieren und surfen, WLAN und Bluetooth sind ebenfalls an Bord – allerdings fehlen letzterem immer noch wichtige Profile, etwa zur Nutzung als Funkmodem. Intern stehen 512 MByte Speicher zur Verfügung, davon sind etwa 110 MByte frei. Motorola liefert eine 8 GByte große microSDHC-Karte mit, zum Wechseln muss man den Akku entfernen. Für Google Maps und zur Navigationsunterstützung sind A-GPS-Empfänger und Kompass an Bord. In Deutschland wird das Milestone mit einer auf zwei Monate Laufzeit beschränkten Testversion der Navigationssoftware Motonav ausgeliefert, die Vollversion kostet bei Bestellung im Testzeitraum 80 Euro.
Zu den Neuerungen der Android-Version 2.0 gehört die Integration von Exchange-Mail, -Kontakten und -Kalendern in das Betriebssystem. Exchange-Nachrichten stellt das Milestone innerhalb des Clients für POP3/IMAP-Mails dar; für Termine und Kontakte gibt es eigene Programme. Das Milestone unterstützt Multitouch-Gesten im Browser und im Bildbetrachter, nicht aber bei Google Maps. Der Browser erhielt eine neue Bedienoberfläche, kann jedoch immer noch keine eingebetteten Flash-Inhalte darstellen. Mit Android 2.0 hält ein Taskmanager Einzug ins Betriebssystem, der auch das Beenden hängender Programme erlaubt.
Mittels Lagesensor dreht das Milestone den Bildschirm in das Querformat – aber nicht in allen Anwendungen, dazu muss man die Tastatur herausschieben. Anwendungen für soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter fehlen. Die Kommunikation mit den Kontakten hat Google vereinfacht: Klickt man das Foto eines Kontaktes an, öffnet sich ein Menü mit den für die Person eingetragenen Kontaktmöglichkeiten, etwa SMS, E-Mail oder Anruf. Die lokale Suche wurde ebenfalls erweitert, sie findet aus dem Startbildschirm heraus nun auch im Telefon gespeicherte Kontakte oder Musiktitel.