Das Objektiv der Fotokamera liegt im Greifbereich der Finger und ist etwas vor Fingerabdrücken, aber nicht vor Staub geschützt. Darüber sitzt ein kleines Fotolicht. Zum Auslösen braucht die Kamera rund eine Sekunde und ist damit nur bedingt schnappschusstauglich. Die Fotos werden nicht allzu scharf und zeigen sehr kräftige, nicht immer stimmige Farben und starke Kantenartefakte von Rauschfilter und Nachschärfung. Helle Flächen überstrahlen selbst bei trübem Tageslicht deutlich. Für kleinformatige Webbilder reicht die Qualität, für Abzüge nicht. Videoclips nimmt das Pre nicht auf.
Das Hauptmenü des Pre ist in drei Screens unterteilt, zwischen denen man per Fingergeste zur Seite wechselt. Einzelne Seiten lassen sich vertikal verschieben.
Der Mediaplayer spielt die Musikformate MP3 und M4A klaglos ab, kennt aber keine Windows-Media-Dateien. Videos müssen im 3GP- (H.263-Codec) oder im MPEG-4-Format (H.264) vorliegen und dürfen maximal QVGA-Auflösung (320 × 240) aufweisen. Der A-GPS-Empfänger liefert Positionsdaten vergleichsweise zügig und nutzt sie für die Standortanzeige über Google Maps oder das Geotagging von Fotos. Eine Navigationslösung mit Sprachausgabe bietet Palm nicht an, die Kandidaten wie Navigon oder TomTom haben noch nichts zu WebOS-Versionen verlauten lassen.
Für die nötige Rechenleistung sorgt der Chipsatz OMAP3430 von Texas Instruments mit einer ARM-CPU (Cortex A8, 600 MHz) sowie 256 MByte Arbeitsspeicher. Ein Slot für Wechselmedien fehlt. Das Pre funkt in GSM- und UMTS-Netzen, nutzt für Datenverbindungen die Mobilfunk-Dienste EDGE und HSDPA und verbindet sich auch mit WLANs. Sobald es ein bekanntes WLAN findet, bucht es sich dort ein und nutzt es für alle Internetverbindungen. Bluetooth-Verbindungen baut es nur zu Audiogeräten wie Headsets, Freisprecheinrichtungen und Funkkopfhörern (A2DP) auf. Das vorhandene PAN-Profil für die Weitergabe von Netzverbindungen bleibt ungenutzt, da eine Funkmodem- oder Tethering-Funktion fehlt.
Via USB an einen PC angeschlossen, erscheint auf dem Pre ein Auswahlmenü mit den Optionen USB-Laufwerk, Mediensynchronisation und nur aufladen. Wählt man Ersteres, erscheint der acht GByte fassende Flash-Speicher am PC als Laufwerk. Der Windows Media Player erkennt den Pre dann als Mobilplayer und gleicht Musik und Videos ab. Das Pre stoppt allerdings alle Anwendungen und schaltet den Mobilfunk ab. Man ist also nicht erreichbar und muss nach Abziehen des USB-Kabels seine PIN neu eingeben – ganz schön unpraktisch. Bei der Auswahl von "Nur aufladen" bleibt die Netzverbindung bestehen, der PC erkennt das Pre dann zwar als USB-Gerät, hat aber keinen Zugriff.
Der Punkt Mediensynchronisation dient zum Abgleich von Musik und Videos mit iTunes, was mit der vorinstallierten WebOS-Version 1.1.3 aber nicht funktioniert. Die Version 1.2.1 aktiviert iTunes wieder, soll aber in Deutschland nicht erscheinen, sondern erst Anfang November eine Version 1.3. Ob sie mit iTunes synchronisiert, bleibt abzuwarten, zumal Apple das bisher bei jedem neuen iTunes-Update wieder blockiert hat. Eine Möglichkeit, Kontakte, Termine oder Aufgaben direkt mit einem PC abzugleichen, bietet Palm nicht – der App Catalog enthält aber schon mehrere Programme, die diese Lücke schließen wollen.