Die Windows-Netzwerkeinstellungen zu ändern ist ein lästiges Unterfangen: In einen Account mit Administratorrechten wechseln, die Netzwerkeinstellungen aufrufen, und ein gutes Dutzend Klicks später ist alles richtig eingestellt. Die vorherige Konfiguration geht dabei verloren, sodass das Ganze bei jedem Wechsel in ein anderes Netzwerk wieder sein muss. Wer mit dem Notebook viel unterwegs ist, lernt den Umstand zu hassen. Sicher, es gibt die "Alternative Konfiguration" auf feste Adressen, wenn TCP/IP auf Automatik eingestellt ist. Aber erstens funktioniert das nur mit einem einzigen Satz von festen Adressen und zweitens dauert es ewig, bis Windows sich dazu durchringt, sie auch zu benutzen. Denn das tut es nur, wenn per DHCP keine Konfiguration zu bekommen ist, also ein Timeout abgelaufen ist. Das ist zwar sinnvoll, zerrt aber an den Nerven.
Es gibt einige Programme, die beim Umschalten helfen (siehe Liste am Artikelende). Doch die XP-Bordmittel genügen vollkommen, um komfortabel mit einem Klick die richtige Konfiguration auszuwählen. Das kostet nichts und braucht keine automatisch startenden Hintergrundprogramme.
Das zentrale Programm zum Automatisieren der Netzwerkumschaltung heißt "Netzwerkbefehlsshell", kurz netsh.exe. Es erfordert Schreibrechte auf die Netzwerkkonfiguration (siehe Kasten). Ohne Parameter gestartet, erwartet netsh Kommandozeilen und zeigt oder ändert die Einstellungen entsprechend. Wer damit experimentieren möchte, kann mit dem Befehl "help" Hilfe anfordern. Einen einzelnen Befehl nimmt netsh auch auf der Kommandozeile an. Für das Sichern aller TCP/IP-Einstellungen in die Datei LAN.netsh genügt daher die Zeile
netsh interface ip dump >LAN.netsh
Um diesen Zustand wieder herzustellen, verfüttert man die so erzeugte Datei an netsh:
netsh -f LAN.netsh
Ohne Abmelden oder Neustart sind dann wieder die zuvor gesicherten TCP/IP-Einstellungen aktiv. Hat man so auf die automatische Konfiguration per DHCP umgeschaltet, dauert es noch einige Sekunden, bis Windows sich alle Einstellungen besorgt hat.
Mit Windows-Bordmitteln lässt sich das Umschalten zwischen verschiedenen Netzwerkkonfigurationen auf wenige Klicks vereinfachen.
Die Dateierweiterung .netsh ist willkürlich gewählt. Wir stellen auf unserem Web-Server eine Batch-Datei zur Verfügung, die alle TCP/IP-Einstellungen sichert und die Erweiterung so mit netsh verknüpft, dass ein Doppelklick auf eine .netsh-Datei genügt, um TCP/IP in den zuvor gesicherten Zustand zu versetzen.
Oft unterscheiden sich Netzwerke auch in dem, was Windows als "Interneteinstellungen" zusammenfasst, also vor allem den Proxy-Einstellungen. Die könnte man aus der Registry in eine zweite Datei exportieren und getrennt wieder importieren – und sich damit bei jedem Umschalten zusätzliches Geklicke einhandeln.
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Die Lösung liegt auf der Hand, nämlich ein kleines Skript, das alles einliest. Damit kämen schon drei Dateien zusammen: das Skript, netsh-Input und Proxy-Konfiguration. Wenn eine verloren geht, klappt das Umschalten nicht mehr. Doch mit ein wenig Batch-Magie lässt sich alles in einem Skript zusammenfassen. Das hat den zusätzlichen Vorteil, dass sich die Netzwerkeinstellungen sogar auf einem anderen Rechner klonen lassen, indem der Admin einfach die alles enthaltende Skript-Datei überträgt und aufruft. Als einzige Voraussetzung müssen die Netzwerkverbindungen auf beiden PCs gleich heißen. Das ist aber normalerweise der Fall, denn kaum jemand gibt seiner "LAN-Verbindung" oder der "Drahtlosen Netzwerkverbindung" einen anderen Namen.
Unser Skript "Netzwerkkonfiguration sichern.cmd" steht ebenfalls zum Download zur Verfügung. Auf Doppelklick fragt es nach einem Namen für die aktuell eingerichtete Konfiguration und erstellt dann eine neue Batch-Datei, die beim Aufruf die Einstellungen wiederherstellt, die beim Erstellen aktiv waren. Dabei berücksichtigt es die TCP/IP-Konfiguration aller Netzwerkschnittstellen und die Internet-Explorer-Proxy-Konfiguration.
Die Skripte mit den Einstellungen schreibt das "Sichern"-Skript in das Verzeichnis, in dem es selbst liegt. Je nach persönlicher Vorliebe kopieren Sie es also einfach auf den Desktop, in einen Ordner des Startmenüs (das Skript selbst, keine Verknüpfung) oder in ein gewöhnliches Verzeichnis. Um dann mit einem Klick umzuschalten, richten Sie diesen Ordner als "Symbolleiste" in der Taskleiste ein. Dazu klicken Sie rechts auf die Taskleiste, wählen "Symbolleisten" und "Neue Symbolleiste" und klicken sich dann zu dem Ordner durch, der das Skript enthält. Administratoren von Notebooks spielen weniger bewanderten Mitarbeitern einen Satz vorgefertigter Einstellungen auf das Notebook, aus denen diese dann unterwegs die richtige aktivieren.
Wer damit zufrieden ist, braucht nicht weiterzulesen. Auf der folgenden Seite finden Neugierige einige Erläuterungen, wie das Zusammenführen von Batch-Skript und Daten in einer Datei funktioniert. Ein eigenes Forum erlaubt zudem die Diskussion und den Erfahrungsaustausch über Erweiterungen des Skripts.
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